Der erste Eindruck entsteht, bevor das erste Wort fällt!


Die Kunst der Begrüßung: 12 Benimmregeln, die sofort zeigen, wie souverän ein Mann wirklich auftritt.
Denn der erste Eindruck entsteht oft schon, bevor das eigentliche Gespräch beginnt.
In unserem neuen THE CODE geht es um klassische Begrüßungsetikette: Blickkontakt herstellen, zur Begrüßung aufstehen, einen festen – aber nicht übertriebenen – Händedruck geben, den Namen klar nennen und die anwesenden Personen aufmerksam einbeziehen. Wer jemanden mitbringt, übernimmt die Vorstellung. Wer eine Mütze oder Kopfbedeckung trägt, nimmt sie in Innenräumen ab. Und das Smartphone bleibt während der Begrüßung dort, wo es hingehört: in der Tasche.
Ebenso wichtig sind die Details: nicht im Sitzen abfertigen, persönliche Distanz respektieren, kulturelle Unterschiede wahrnehmen und auch beim Wiedersehen oder Abschied dieselbe Aufmerksamkeit zeigen wie beim ersten Kontakt.
Gute Manieren wirken nicht steif. Im Gegenteil: Sie machen Begegnungen leichter, verbindlicher und angenehmer. Genau darin liegt ihre Stärke.
DIE KUNST DER BEGRÜSSUNG
Der erste Eindruck entsteht, bevor das eigentliche Gespräch begonnen hat.
Ein Blick.
Ein Schritt nach vorn.
Ein Handschlag.
Der eigene Name.
Ein Lächeln.
Vielleicht zehn Sekunden.
Mehr braucht es oft nicht, damit ein Mensch entscheidet:
aufmerksam.
distanziert.
sympathisch.
unsicher.
selbstbewusst.
interessiert.
Die Begrüßung gehört deshalb zu den scheinbar kleinen Dingen, die erstaunlich viel über einen Menschen erzählen.
Unser THE CODE „Die Kunst der Begrüßung“ beschäftigt sich mit zwölf klassischen Regeln guter Umgangsformen – und mit der Frage, welche davon auch heute noch sinnvoll sind.
Die Antwort lautet:
Fast alle.
Nur müssen einige moderner interpretiert werden.
Denn gute Etikette bedeutet nicht, gesellschaftliche Regeln des Jahres 1950 exakt nachzuspielen.
Sie bedeutet:
dem Menschen gegenüber zu zeigen, dass man ihn wahrnimmt.
WARUM DIE BEGRÜSSUNG SO WICHTIG IST
Ein gutes Gespräch kann vieles korrigieren.
Aber der erste Moment setzt bereits einen Rahmen.
Wer:
vom Smartphone aufblickt.
aufsteht.
Augenkontakt herstellt.
den Namen deutlich nennt.
und dem anderen für einen Moment seine volle Aufmerksamkeit schenkt,
hat etwas Entscheidendes getan:
Er hat signalisiert:
Du bist jetzt wichtiger als das, womit ich mich gerade beschäftigt habe.
Das ist vielleicht die eigentliche Essenz guter Begrüßung.
1. BLICKKONTAKT VOR DEM ERSTEN WORT
Bevor der Handschlag kommt.
Bevor:
„Guten Abend.“
Bevor:
„Freut mich.“
kommt häufig der Blick.
AUGENKONTAKT SIGNALISIERT PRÄSENZ
Nicht starren.
Nicht mustern.
Einfach:
anschauen.
DAS GILT BESONDERS BEIM ERSTEN KENNENLERNEN
Wer zur Seite schaut, gleichzeitig sein Telefon kontrolliert oder den Raum nach interessanteren Menschen absucht, sendet ungewollt ein klares Signal.
BESSER:
den anderen ansehen.
leicht lächeln.
begrüßen.
WIE LANGE?
Dafür gibt es keine Stoppuhr.
Natürlich.
Es geht nicht darum, künstlich Blickkontakt zu halten.
Sondern nicht so zu wirken, als wäre die andere Person nur eine Unterbrechung.
2. ZUR BEGRÜSSUNG AUFSTEHEN
Eine unserer wichtigsten klassischen Regeln.
Jemand kommt an einen Tisch.
Man sitzt.
WAS MACHT MAN?
Aufstehen.
WARUM?
Weil die körperliche Bewegung eine Form der Aufmerksamkeit zeigt.
Man begegnet dem anderen buchstäblich auf Augenhöhe.
BESONDERS BEI:
Geschäftstreffen.
Restaurant.
Einladungen.
erstem Kennenlernen.
älteren Gästen.
formelleren gesellschaftlichen Situationen.
MUSS MAN IMMER AUFSPRINGEN?
Nein.
Etikette braucht Kontext.
Wenn im Büro alle fünf Minuten ein Kollege vorbeikommt, muss niemand jedes Mal aufspringen.
Aber bei einer bewussten Begrüßung?
Aufstehen ist fast immer eine gute Idee.
AUCH IM RESTAURANT
Wenn eine Person an den Tisch kommt, mit der man verabredet ist, wirkt es wesentlich aufmerksamer, kurz aufzustehen.
Zwei Sekunden.
Große Wirkung.
3. DER HANDSCHLAG – FEST, ABER NICHT AGGRESSIV
Der klassische Handschlag ist weder Krafttest noch Dominanzritual.
EIN GUTER HANDSCHLAG IST:
kurz.
klar.
angenehm fest.
NICHT:
schlaff.
aber eben auch nicht:
Finger zerquetschen.
DAS ZIEL IST KEINE MACHTDEMONSTRATION
Ein unangenehm harter Handschlag wirkt nicht selbstbewusster.
Oft nur:
angestrengt.
DIE HAND VOLL GREIFEN
Nicht nur Fingerspitzen.
DAZU:
Augenkontakt.
Begrüßung.
Name.
Fertig.
MUSS MAN IMMER DIE HAND GEBEN?
Nein.
Gesellschaftliche Gewohnheiten haben sich verändert.
Manche Menschen bevorzugen aus:
gesundheitlichen.
kulturellen.
persönlichen
Gründen andere Formen der Begrüßung.
DESHALB:
Signale lesen.
Wenn der andere die Hand anbietet:
erwidern.
Wenn nicht:
nicht erzwingen.
Ein freundliches Wort und Blickkontakt können völlig ausreichen.
4. DEN EIGENEN NAMEN DEUTLICH NENNEN
Erstaunlich häufig passiert Folgendes:
„Hallo, ich binmthiaschtn.“
Und niemand hat etwas verstanden.
DER NAME IST KEINE FORMALITÄT
Er gibt dem anderen die Möglichkeit, die Begegnung einzuordnen.
DESHALB:
langsam.
klar.
verständlich.
„GUTEN ABEND, MATTHIAS ECKSTEIN.“
Mehr braucht es nicht.
IM BERUF
Je nach Kontext zusätzlich:
Unternehmen.
Funktion.
Zusammenhang.
Aber nicht sofort einen Lebenslauf aufsagen.
WENN MAN DEN NAMEN DES ANDEREN NICHT VERSTANDEN HAT
Nachfragen.
„Entschuldigung, Ihren Namen habe ich akustisch nicht verstanden.“
Das ist vollkommen in Ordnung.
BESSER ALS:
fünf Minuten so tun, als hätte man ihn verstanden.
5. WER WIRD ZUERST BEGRÜSST?
Unser ursprüngliches Editorial formulierte hier noch die klassische Regel:
Dame beziehungsweise ältere Person zuerst.
Das stammt aus traditioneller europäischer Etikette.
HEUTE IST ES ETWAS FLEXIBLER
Geschlecht allein muss nicht mehr jede Begrüßungsreihenfolge bestimmen.
Wichtiger sind häufig:
Gastgeber.
Alter.
Funktion.
Rang.
Kontext.
BEI EINER PRIVATEN EINLADUNG
zuerst Gastgeber beziehungsweise Gastgeberin.
IN EINER KLEINEN RUNDE
ältere Personen zuerst zu begrüßen, bleibt eine schöne Form.
IM BERUF
Hierarchie und Gastgeberrolle können wichtiger sein als Geschlecht.
DIE MODERNE GRUNDREGEL:
Nicht hektisch eine komplizierte Rangordnung berechnen.
Sondern sichtbar respektvoll handeln.
UND VOR ALLEM:
Niemanden ignorieren.
Das ist wichtiger als die perfekte Reihenfolge.
6. WER JEMANDEN MITBRINGT, STELLT VOR
Eine hervorragend zeitlose Regel.
Man kommt mit einer Person zu einer Gruppe.
Die anderen kennen sie nicht.
DANN IST ES DIE AUFGABE DESJENIGEN, DER DIE VERBINDUNG HERSTELLT:
vorzustellen.
NICHT:
die neue Person fünf Minuten schweigend danebenstehen lassen.
EINFACH:
„Das ist Martin Schneider, wir arbeiten seit einigen Jahren zusammen.“
Und zur anderen Seite:
„Martin, das ist Thomas, ein alter Freund von mir.“
EIN KLEINER ZUSATZ HILFT
Denn sofort existiert ein Gesprächsansatz.
„IHR INTERESSIERT EUCH BEIDE FÜR OLDTIMER.“
Perfekt.
Plötzlich ist aus einer Vorstellung ein Einstieg ins Gespräch geworden.
WER STELLT WEN WEM VOR?
Traditionelle Etikette kennt dafür genaue Rangregeln.
Im modernen Alltag ist viel wichtiger:
beide Namen deutlich sagen.
kurz Kontext geben.
niemanden außen stehen lassen.
7. KOPFBEDECKUNG IN INNENRÄUMEN ABNEHMEN
Eine klassische Regel, die je nach Art der Kopfbedeckung und kulturellem Zusammenhang unterschiedlich bewertet werden muss.
BEI KLASSISCHEN HÜTEN UND MÜTZEN
gilt in vielen formelleren westlichen Situationen weiterhin:
drinnen abnehmen.
Besonders:
Restaurant.
Privatwohnung.
gesellschaftliche Einladung.
Besprechung.
WARUM?
Historisch galt das Abnehmen des Hutes als Zeichen des Respekts.
Heute wirkt es schlicht häufig:
aufmerksamer.
offener.
ABER:
Religiöse oder kulturelle Kopfbedeckungen sind selbstverständlich eine andere Kategorie.
Hier gelten nicht dieselben Regeln.
ALSO:
Fedora?
abnehmen.
Basecap beim Dinner?
besser ebenfalls.
Religiöse Kopfbedeckung?
respektieren.
8. DAS SMARTPHONE BLEIBT BEI DER BEGRÜSSUNG WEG
Vielleicht die wichtigste moderne Regel.
Jemand kommt.
Man sagt:
„Hallo.“
Und gleichzeitig bleibt das Telefon in der Hand.
DAS IST KEINE VOLLE BEGRÜSSUNG
Denn Aufmerksamkeit ist geteilt.
DESHALB:
Display aus.
Telefon weg.
Person ansehen.
ES GEHT NUR UM EIN PAAR SEKUNDEN
Und genau deshalb gibt es kaum eine gute Ausrede.
IM GESCHÄFTLICHEN KONTEXT
noch wichtiger.
Ein Gespräch mit einem neuen Kunden zu beginnen, während man gleichzeitig noch eine Nachricht tippt, ist ein denkbar schlechter erster Eindruck.
WENN WIRKLICH ETWAS DRINGENDES LÄUFT
kurz sagen:
„Entschuldigen Sie, ich muss diese Nachricht noch abschicken.“
Abschließen.
Telefon weg.
Dann begrüßen.
DER UNTERSCHIED IST KLEIN
Aber spürbar.
9. NIEMANDEN IM SITZEN ODER IM VORBEIGEHEN ABFERTIGEN
„Na, alles gut?“
Und gleichzeitig weitergehen.
Das ist keine richtige Begrüßung, wenn eigentlich eine persönliche Begegnung erwartet wird.
EINEN MOMENT ANHALTEN
anschauen.
begrüßen.
DAS GILT BESONDERS BEI MENSCHEN, DIE MAN LÄNGER NICHT GESEHEN HAT
Ein kurzes Innehalten verändert alles.
IM SITZEN
gilt Ähnliches.
Wenn der andere steht und bewusst an den Tisch kommt:
aufstehen.
WARUM?
Nicht wegen einer steifen Regel.
Sondern weil Aufmerksamkeit immer auch körperlich sichtbar wird.
10. PERSÖNLICHE DISTANZ UND KULTURELLE UNTERSCHIEDE RESPEKTIEREN
Nicht jede Kultur begrüßt gleich.
Nicht jeder Mensch ebenso wenig.
HANDSCHLAG
Umarmung.
Kuss auf die Wange.
mehrere Wangenküsse.
Verbeugung.
kein körperlicher Kontakt.
Alles kann je nach Land, Kultur und persönlicher Beziehung richtig sein.
DESHALB IST EINE STARRE UNIVERSALREGEL SCHWIERIG
In Frankreich ist eine Begrüßung möglicherweise anders als in Deutschland.
In Italien anders als in Japan.
Unter guten Freunden anders als beim ersten Geschäftstermin.
DIE BESTE FÄHIGKEIT:
beobachten.
WENN MAN UNSICHER IST
lieber zunächst etwas zurückhaltender.
Ein Handschlag oder freundlicher verbaler Gruß lässt sich leichter erweitern als eine unerwünschte Umarmung wieder rückgängig machen.
PERSÖNLICHE GRENZEN GEHÖREN ZU GUTEN MANIEREN
Nicht jeder mag körperliche Nähe.
Das ist zu respektieren.
11. BEIM WIEDERSEHEN EBENSO AUFMERKSAM GRÜSSEN
Der erste Eindruck bekommt viel Aufmerksamkeit.
Der hundertste manchmal gar keine.
DAS IST EIN FEHLER
Gerade Menschen, die man bereits kennt, verdienen nicht weniger Aufmerksamkeit.
DER STAMMGAST
der Portier.
der Kollege.
der Nachbar.
ein alter Freund.
NICHT:
„Den kenne ich ja sowieso.“
SONDERN:
anschauen.
grüßen.
Name verwenden, wenn passend.
„GUTEN MORGEN, HERR SCHMIDT.“
Eine Kleinigkeit.
Aber sie macht Menschen sichtbar.
BEZIEHUNGEN ENTSTEHEN NICHT NUR BEIM ERSTEN KENNENLERNEN
Sie werden durch viele kleine Wiederbegegnungen aufgebaut.
12. DER ABSCHIED GEHÖRT ZUR BEGRÜSSUNGSKULTUR
Ein guter Anfang.
Und dann am Ende:
einfach verschwinden.
SCHADE
Denn auch der letzte Eindruck bleibt.
DESHALB:
verabschieden.
danken.
Blickkontakt.
BEI EINER EINLADUNG
Gastgeber persönlich verabschieden.
IM GESCHÄFT
kurzer Handschlag oder entsprechender Gruß.
BEI FREUNDEN
ein paar persönliche Worte.
„ES WAR SCHÖN, DICH WIEDERZUSEHEN.“
Ein hervorragender Satz.
NICHT JEDER ABSCHIED MUSS LANG SEIN
Aber er sollte stattfinden.
DER ERSTE EINDRUCK ENTSTEHT SCHNELL
Man hört häufig:
Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.
Etwas dramatisch.
Natürlich kann ein schlechter erster Eindruck korrigiert werden.
ABER:
Warum ihn unnötig schlecht beginnen lassen?
EIN GUTER ERSTER MOMENT BRAUCHT FAST NICHTS
Aufstehen.
anschauen.
lächeln.
begrüßen.
Name.
KEIN GROSSER AUFWAND
Und vielleicht gerade deshalb erstaunlich aussagekräftig.
DIE BEGRÜSSUNG IM BERUF
Hier gelten dieselben Grundregeln.
Nur etwas strukturierter.
TERMIN IM BÜRO
Gast abholen.
aufstehen.
begrüßen.
vorstellen.
NICHT:
vom Schreibtisch aus zurufen:
„Setzen Sie sich einfach irgendwo.“
KUNDENTERMIN
Der Gastgeber übernimmt Orientierung.
Wo sitzt man?
Wo ist Garderobe?
Möchte der Gast Wasser oder Kaffee?
DER ERSTE KONTAKT SETZT DEN TON
Gerade im Geschäftsleben.
TITEL?
In Deutschland und Österreich kann die korrekte Anrede in bestimmten beruflichen oder akademischen Kontexten weiterhin eine Rolle spielen.
Wenn man unsicher ist:
zunächst formeller beginnen.
VOM „SIE“ ZUM „DU“
Wer das anbietet, hängt vom sozialen und beruflichen Kontext ab.
Aber auch hier ist heute vieles flexibler als früher.
DER SICHERE WEG
Mit „Sie“ beginnen, wenn das Umfeld formell ist.
Wenn das „Du“ angeboten wird:
gern übernehmen.
DIE BEGRÜSSUNG IM RESTAURANT
Man wartet bereits am Tisch.
Der andere kommt.
AUFSTEHEN
kurzer Gruß.
gegebenenfalls Mantel abnehmen helfen oder auf Garderobe hinweisen.
BEI EINER GRÖSSEREN RUNDE
neue Gäste vorstellen.
DAS SMARTPHONE
weg.
DER GAST SOLL NICHT DAS GEFÜHL HABEN:
Er müsse sich erst in die bestehende Runde hineinarbeiten.
Ein Gastgeber schafft Verbindung.
BEGRÜSSUNG BEI EINER EINLADUNG ZUHAUSE
Hier ist der Gastgeber besonders gefragt.
TÜR ÖFFNEN
herzlich begrüßen.
Mantel entgegennehmen beziehungsweise zeigen, wo er abgelegt werden kann.
andere Gäste vorstellen.
Getränk anbieten.
DAS KLINGT BANAL
Aber genau daraus entsteht:
„Ich bin willkommen.“
DER GASTGEBER SOLLTE NICHT SOFORT WIEDER IN DER KÜCHE VERSCHWINDEN
Ein paar Minuten Aufmerksamkeit helfen, den Gast in die Runde zu bringen.
DER NAME IST EIN STARKES WERKZEUG
Einen Namen zu behalten, gehört zu den eindrucksvollsten kleinen Formen von Aufmerksamkeit.
BEIM ZWEITEN TREFFEN:
„Guten Abend, Herr Müller.“
statt:
„Hallo … äh …“
NATÜRLICH VERGISST JEDER NAMEN
Dann offen fragen.
EIN TRICK:
Beim ersten Treffen den Namen einmal natürlich wiederholen.
„Freut mich, Martin.“
Das hilft häufig.
ABER NICHT:
den Namen künstlich in jeden zweiten Satz einbauen.
Dann wirkt Aufmerksamkeit plötzlich wie Verkaufstraining.
HANDSCHLAG ODER UMARMUNG?
Heute eine der häufigsten Unsicherheiten.
ERSTES GESCHÄFTLICHES TREFFEN
Handschlag beziehungsweise zurückhaltender Gruß.
GUTE FREUNDE
Umarmung kann völlig natürlich sein.
BEKANNTE
abhängig von Beziehung und Kultur.
DER WICHTIGSTE SATZ:
Nähe sollte erwidert und nicht aufgezwungen werden.
Wer merkt, dass der andere zurückhaltend bleibt, sollte das respektieren.
KÜSSCHEN LINKS, RECHTS – UND DANN?
Frankreich.
Italien.
Schweiz.
Spanien.
Andere Länder.
Andere Regionen.
Andere Gewohnheiten.
DIE ANZAHL DER WANGENKÜSSE IST NICHT ÜBERALL GLEICH
Und genau deshalb entstehen gelegentlich jene kleinen Choreografien, bei denen zwei Menschen gleichzeitig dieselbe Richtung wählen.
KEIN DRAMA
Lächeln.
weiter.
GUTE MANIEREN BEDEUTEN AUCH:
kleine Peinlichkeiten nicht größer machen, als sie sind.
WAS TUN, WENN MAN JEMANDEN NICHT WIEDERERKENNT?
Ein klassischer Moment.
Die andere Person:
„Hallo! Lange nicht gesehen!“
Man selbst:
keine Ahnung.
BITTE NICHT FÜNF MINUTEN SCHAUSPIELERN
Besser:
„Entschuldigen Sie, helfen Sie mir kurz – wo haben wir uns zuletzt gesehen?“
DAS IST MENSCHLICH
Und ehrlicher.
NAMEN VERGESSEN?
Ebenso.
„Ihren Namen weiß ich gerade leider nicht mehr.“
Es wird kaum jemand daran zerbrechen.
WENN MAN JEMANDEN NICHT MAG
Auch dann:
grüßen.
HÖFLICHKEIT IST KEINE FREUNDSCHAFTSERKLÄRUNG
Man kann einen Menschen respektvoll begrüßen und trotzdem:
Distanz halten.
nicht mit ihm befreundet sein.
ihm nicht vertrauen.
GERADE DAS IST SOUVERÄN
Man braucht keinen demonstrativen Affront, nur weil eine Beziehung schwierig ist.
EIN KURZER KORREKTER GRUSS REICHT
Mehr muss nicht sein.
SONNENBRILLE AB
Dieser Punkt war nicht als eigene Nummer auf unseren beiden Seiten angelegt, gehört aber unmittelbar zur Kunst der Begrüßung.
BEIM DIREKTEN KENNENLERNEN:
Augen zeigen.
Besonders wenn man:
in einen Innenraum kommt.
jemandem vorgestellt wird.
ein ernsthaftes Gespräch beginnt.
AUF DER SONNENTERRASSE
muss natürlich niemand permanent geblendet werden.
Kontext.
Wie immer.
DIE KÖRPERSPRACHE
Eine Begrüßung besteht nicht nur aus Worten.
OFFENE KÖRPERHALTUNG
Nicht die Arme verschränken.
Nicht halb abgewandt stehen.
ABSTAND
Nicht zu nah.
STIMME
klar.
nicht brüllen.
nicht nuscheln.
LÄCHELN
wenn die Situation es trägt.
ALLES ZUSAMMEN
soll signalisieren:
Ich bin präsent.
DIE HÄUFIGSTEN FEHLER BEI DER BEGRÜSSUNG
1. DAS SMARTPHONE IN DER HAND LASSEN
2. SITZEN BLEIBEN, OBWOHL EIN GAST BEWUSST AN DEN TISCH KOMMT
3. DEN NAMEN NUSCHELN
4. EINEN VIEL ZU HARTEN HANDSCHLAG GEBEN
5. DIE BEGLEITPERSON NICHT VORSTELLEN
6. DEN RAUM WÄHREND DER BEGRÜSSUNG NACH „WICHTIGEREN“ PERSONEN ABSUCHEN
7. KÖRPERLICHE NÄHE ERZWINGEN
8. EINEN BEKANNTEN BEWUSST IGNORIEREN
9. DIE BEGRÜSSUNG IM VORBEIGEHEN ABFERTIGEN
10. OHNE ABSCHIED VERSCHWINDEN
Keine dieser Regeln ist kompliziert.
Und genau deshalb fallen Verstöße oft so stark auf.
MUSS EIN GENTLEMAN JEDEM DIE HAND GEBEN?
Nein.
Gute Manieren sind kein Automatismus.
MANCHMAL:
reicht ein freundlicher Gruß.
MANCHMAL:
ist die Umarmung richtig.
MANCHMAL:
ein Handschlag.
MANCHMAL:
eine leichte Verbeugung.
DER ENTSCHEIDENDE PUNKT:
Der Gruß sollte zum Verhältnis, zur Situation und zum Gegenüber passen.
Nicht eine alte Regel blind ausführen.
HIERARCHIE ODER AUGENHÖHE?
Klassische Etikette entstand in Gesellschaften mit deutlich stärkeren Rangordnungen.
Heute ist vieles weniger steif.
Das ist gut.
TROTZDEM EXISTIERT KONTEXT
Gastgeber und Gast.
Chef und Bewerber.
älterer Mensch und jüngerer.
Staatsgast und Gastgeber.
MAN MUSS NICHT SO TUN, ALS EXISTIERTEN DIESE ROLLEN NICHT
Aber Respekt funktioniert immer in beide Richtungen.
EIN CHEF DARF AUFSTEHEN, UM EINEN JUNGEN MITARBEITER ZU BEGRÜSSEN
Vielleicht gerade deshalb.
Selbstsicherheit braucht keine künstliche Distanz.
GUTE BEGRÜSSUNG BEI SERVICEPERSONAL
Portier.
Kellner.
Rezeption.
Fahrer.
Verkäufer.
AUCH HIER:
anschauen.
grüßen.
Bitte.
Danke.
NICHT:
direkt mit einer Forderung beginnen.
„Zwei Kaffee.“
Besser:
„Guten Morgen. Zwei Kaffee bitte.“
VIER ZUSÄTZLICHE SILBEN
Großer Unterschied.
DER ABSCHIED – DER LETZTE EINDRUCK
Vielleicht wird der Abschied sogar häufiger vernachlässigt als die Begrüßung.
EIN GUTER ABSCHIED ENTHÄLT:
Blickkontakt.
ein persönliches Wort.
Dank, wenn angebracht.
BEIM GASTGEBER:
„Danke für den Abend.“
BEIM GESCHÄFTSTERMIN:
„Vielen Dank für Ihre Zeit.“
BEIM FREUND:
„Hat mich wirklich gefreut.“
KEIN GROSSES THEATER
Nur Abschluss.
Denn eine Begegnung sollte nicht einfach auslaufen wie ein Gespräch mit schlechtem Empfang.
DIE ZWÖLF REGELN DER KUNST DER BEGRÜSSUNG
1. Blickkontakt vor dem ersten Wort.
2. Zur bewussten Begrüßung aufstehen.
3. Einen festen, aber nie aggressiven Handschlag geben.
4. Den eigenen Namen klar und verständlich nennen.
5. Alter, Gastgeberrolle und Kontext bei der Reihenfolge berücksichtigen.
6. Wer jemanden mitbringt, übernimmt die Vorstellung.
7. Klassische Kopfbedeckungen in formelleren Innenräumen abnehmen.
8. Das Smartphone bei der Begrüßung weglegen.
9. Menschen nicht im Sitzen oder im Vorbeigehen abfertigen.
10. Persönliche Distanz und kulturelle Unterschiede respektieren.
11. Auch beim Wiedersehen aufmerksam grüßen.
12. Einen bewussten Abschied als Teil der Begegnung verstehen.
DIE KUNST DER BEGRÜSSUNG
Am Ende braucht es keine komplizierte Etiketteschule.
Die meisten guten Begrüßungen bestehen aus wenigen Dingen:
Aufmerksamkeit.
Augenkontakt.
Respekt.
Zeit.
Vielleicht zehn Sekunden.
UND GENAU DARIN LIEGT DIE WIRKUNG
Ein Mensch merkt sehr schnell, ob er:
willkommen.
gesehen.
ernst genommen
wird.
GUTE MANIEREN SIND DESHALB KEINE OBERFLÄCHE
Im besten Fall machen sie etwas Unsichtbares sichtbar:
Wertschätzung.
Respekt beginnt nicht erst im Gespräch. Er beginnt in dem Moment, in dem wir einem Menschen begegnen.
Das Editorial „Die Kunst der Begrüßung“ erklärt zwölf klassische und moderne Benimmregeln für die richtige Begrüßung: von Blickkontakt, Aufstehen und Handschlag über korrektes Vorstellen, Namen nennen und Smartphone-Etikette bis zu persönlicher Distanz, kulturellen Unterschieden und einem respektvollen Abschied. Ein THE CODE über Begrüßung im Geschäftsleben, Begrüßung im Restaurant, Handschlag-Etikette und moderne Umgangsformen – denn ein guter erster Eindruck entsteht oft, bevor das eigentliche Gespräch begonnen hat.
