Mehr als Pflege. Es ist Respekt.


Schuhe putzen wie ein Gentleman: Die richtige Lederschuhpflege beginnt lange vor dem Glanz.
Ein guter Lederschuh braucht keine komplizierte Wissenschaft – aber die richtige Reihenfolge. Staub entfernen, bei Bedarf gründlich reinigen, passende Schuhcreme dünn auftragen, sauber einarbeiten, polieren und anschließend mit einem weichen Tuch auf Glanz bringen.
In unserem neuen THE CODE zeigen wir Schritt für Schritt, wie hochwertige Lederschuhe richtig gepflegt werden – inklusive der wichtigsten Werkzeuge: grobe und feine Bürste, geeigneter Reiniger, Schuhcreme in passender Farbe, weiche Baumwoll- oder Mikrofasertücher und ein separates Poliertuch.
Entscheidend ist vor allem Maß. Zu viel Creme schadet eher, aggressive Haushaltsreiniger haben auf gutem Leder nichts verloren und nach dem Tragen sollten Schuhspanner dafür sorgen, dass der Schuh seine Form behält und sauber austrocknen kann.
Denn gute Schuhe altern nicht einfach. Sie entwickeln Patina – wenn man sich um sie kümmert.
DIE KUNST DES SCHUHEPUTZENS
Ein guter Lederschuh darf alt werden.
Er darf Falten bekommen.
Patina.
kleine Spuren.
Er soll nur nicht vernachlässigt aussehen.
Denn hochwertige Schuhe unterscheiden sich von vielen anderen Dingen gerade dadurch, dass sie mit den Jahren nicht zwangsläufig schlechter werden.
Bei richtiger Pflege können sie:
weicher.
individueller.
charaktervoller.
und manchmal sogar schöner
werden.
Unser Editorial „Die Kunst des Schuheputzens“ zeigt deshalb Schritt für Schritt, wie ein klassischer Lederschuh gepflegt wird.
Keine komplizierte Wissenschaft.
Keine zwanzig Spezialprodukte.
Sondern:
reinigen, pflegen, polieren.
SCHUHPFLEGE IST KEIN KOSMETISCHES EXTRA
Leder ist ein Naturmaterial.
Es benötigt Pflege.
Feuchtigkeit.
Fette beziehungsweise pflegende Bestandteile.
Und gelegentlich Schutz.
Wer einen hochwertigen Lederschuh permanent trägt, nie reinigt und niemals pflegt, darf sich nicht wundern, wenn das Leder irgendwann:
trocken.
stumpf.
rissig.
oder dauerhaft ungepflegt
wirkt.
EIN GUTER SCHUH KOSTET GELD
Ein paar Minuten Pflege kosten fast nichts.
Vielleicht ist Schuheputzen deshalb eine der sinnvollsten Routinen klassischer Männergarderobe überhaupt.
WAS BRAUCHT MAN ZUM SCHUHEPUTZEN?
Erstaunlich wenig.
Für klassische Glattlederschuhe reicht eine solide Grundausstattung.
1. EINE BÜRSTE FÜR STAUB UND SCHMUTZ
Etwas kräftiger.
Für die erste Reinigung.
2. EINE WEICHERE POLIERBÜRSTE
Für den späteren Glanz.
Idealerweise getrennt nach dunklen und helleren Pflegefarben.
3. SCHUHPFLEGECREME
Passend zum Leder und möglichst zur Schuhfarbe.
4. WEICHE BAUMWOLLTÜCHER
Zum Auftragen und Polieren.
Ein altes sauberes Baumwollshirt kann dafür vollkommen ausreichen.
5. BEI BEDARF EIN GEEIGNETER LEDERREINIGER
Aber nur dann, wenn der Schuh tatsächlich eine gründlichere Reinigung braucht.
6. SCHUHSPANNER
Am besten passend und formstabil.
Damit ist man für die klassische Schuhpflege bereits sehr gut ausgestattet.
SCHRITT 1 – SCHUHSPANNER EINSETZEN
Bevor die Pflege beginnt:
Schuhspanner hinein.
Warum?
Weil das Leder dadurch während der Pflege möglichst glatt und in Form gehalten wird.
BESONDERS DIE GEHFALTEN
lassen sich so besser erreichen.
Außerdem bleibt der Schuh stabil, während Creme und Bürste auf ihm arbeiten.
SCHUHSPANNER SIND NICHT NUR FÜR DEN PUTZTAG
Nach dem Tragen helfen sie dabei:
Form zu erhalten.
Feuchtigkeit aufzunehmen beziehungsweise ein gleichmäßiges Austrocknen zu unterstützen.
starke Gehfalten etwas zu reduzieren.
ZEDERNHOLZ?
Ein klassisches Material.
Holz kann Feuchtigkeit aufnehmen und ist angenehm in der Handhabung.
Entscheidend ist vor allem:
Der Schuhspanner soll gut passen und den Schuh nicht überdehnen.
SCHRITT 2 – SCHNÜRSENKEL ENTFERNEN
Nicht zwingend bei jeder schnellen Pflege.
Aber bei einer gründlichen Schuhpflege sinnvoll.
WARUM?
Man kommt besser an:
Zunge.
Ösenbereich.
Vorderblatt.
Kanten.
Außerdem verschmutzt man die Schnürsenkel nicht unnötig mit Schuhcreme.
KLEINES DETAIL
Große Wirkung.
SCHRITT 3 – STAUB UND LOSEN SCHMUTZ ENTFERNEN
Noch bevor irgendeine Creme auf das Leder kommt.
Mit einer trockenen Bürste den Schuh gründlich abbürsten.
BESONDERS:
Rahmen.
Nähte.
Übergang zwischen Oberleder und Sohle.
Falten.
Zunge.
WARUM DAS SO WICHTIG IST
Feiner Staub und Sand können wie kleine Schleifpartikel wirken.
Wer direkt Creme darüberreibt, arbeitet den Schmutz möglicherweise nur weiter ins Leder.
DESHALB:
Erst sauber.
Dann pflegen.
SCHRITT 4 – BEI BEDARF GRÜNDLICHER REINIGEN
Nicht jeder Schuh braucht bei jedem Pflegevorgang einen Reiniger.
Das ist eine unserer wichtigsten Regeln.
WANN REICHT ABBÜRSTEN?
Wenn der Schuh:
normal getragen wurde.
trocken ist.
keine starken Flecken besitzt.
und lediglich etwas Staub angesetzt hat.
WANN KANN EIN REINIGER SINNVOLL SEIN?
Bei:
stärkerem Schmutz.
alten Pflegeschichten.
bestimmten Flecken.
stark verschmutztem Leder.
ABER:
Immer ein Produkt verwenden, das ausdrücklich für das jeweilige Leder geeignet ist.
KEINE HAUSHALTSREINIGER
Kein aggressives Spülmittel.
Kein Allzweckreiniger.
Keine Experimente mit Lösungsmitteln.
Ein Lederschuh ist kein Küchenboden.
IM ZWEIFEL:
An einer unauffälligen Stelle testen.
Besonders bei:
hellen Ledern.
speziellen Färbungen.
handgefärbten Schuhen.
LEDER NACH DER REINIGUNG TROCKNEN LASSEN
Nicht sofort die nächste Schicht darauf.
Das Leder sollte sauber und trocken sein.
ABER NICHT:
auf die Heizung stellen.
mit heißem Föhn bearbeiten.
direkt an eine starke Wärmequelle stellen.
WARUM?
Zu starke Hitze kann Leder austrocknen und belasten.
Geduld ist die bessere Methode.
SCHRITT 5 – SCHUHCREME AUFTRAGEN
Jetzt beginnt die eigentliche Pflege.
Eine kleine Menge.
WIRKLICH KLEIN
Einer der häufigsten Fehler lautet:
zu viel Creme.
Mehr Produkt bedeutet nicht automatisch mehr Pflege.
BESSER:
eine dünne Schicht.
gleichmäßig verteilen.
bei Bedarf später noch etwas ergänzen.
WOMIT AUFTRAGEN?
Weiches Baumwolltuch.
Auftragsbürste.
Oder ein speziell dafür vorgesehenes Tuch.
KLEINE KREISENDE BEWEGUNGEN
Die Creme gleichmäßig in das Leder einarbeiten.
Nicht nur oberflächlich darauf verteilen.
WELCHE FARBE DER SCHUHCREME?
Idealerweise passend zur Farbe des Leders.
SCHWARZE SCHUHE
Schwarze Creme.
DUNKELBRAUN
entsprechendes Dunkelbraun.
COGNAC
eine passende warme Braunfarbe.
ABER NICHT JEDER FARBTON MUSS AUF DEN MILLIMETER IDENTISCH SEIN
Bei hochwertigen Lederschuhen kann eine etwas anders nuancierte Creme sogar Tiefe erzeugen.
VORSICHT BEI HELLEN SCHUHEN
Hier können Farbunterschiede stärker auffallen.
Deshalb lieber behutsam arbeiten.
FARBLOSE CREME?
Kann sinnvoll sein, wenn:
der Farbton schwer zu treffen ist.
mehrere Nuancen vorhanden sind.
oder man keine zusätzliche Pigmentierung möchte.
Allerdings frischt farbige Creme die Farbe häufig besser auf.
WARUM SCHUHCREME?
Nicht nur wegen des Glanzes.
Eine gute Pflegecreme kann:
Leder nähren.
Geschmeidigkeit erhalten.
Farbe auffrischen.
oberflächliche kleine Gebrauchsspuren optisch reduzieren.
DAS LEDER SOLL NICHT „LACKIERT“ WERDEN
Es soll gepflegt werden.
Genau deshalb:
dünn arbeiten.
SCHRITT 6 – CREME EINZIEHEN LASSEN
Nicht sofort nach dem Auftragen hektisch polieren.
Ein paar Minuten Ruhe helfen.
WIE LANGE?
Das hängt vom Produkt ab.
Herstellerhinweise beachten.
Für die klassische Pflege genügt häufig eine kurze Einwirkzeit.
DER SCHUH MUSS NICHT ÜBER NACHT IN CREME STEHEN
Auch hier:
Maß.
SCHRITT 7 – POLIEREN MIT DER BÜRSTE
Jetzt kommt der Moment, in dem aus einem matten Schuh langsam wieder ein gepflegter Schuh wird.
Mit einer sauberen weichen Polierbürste:
zügige Bewegungen.
wenig Druck.
großflächig arbeiten.
WAS PASSIERT?
Überschüssige Creme wird abgenommen.
Die Oberfläche wird geglättet.
Glanz entsteht.
DIE BÜRSTE SOLL ARBEITEN
Nicht rohe Kraft.
Sondern Geschwindigkeit und gleichmäßige Bewegung.
SCHRITT 8 – GLANZ MIT WEICHEM TUCH
Für den letzten Schliff.
Ein weiches sauberes Baumwolltuch.
Leicht über das Leder führen.
DAS IST DER MOMENT
in dem der Schuh den endgültigen Glanz bekommt.
Nicht spiegelnd.
Nicht künstlich.
Einfach:
gepflegt.
FÜR DEN ALLTAG REICHT DAS VOLLKOMMEN
Ein guter klassischer Lederschuh muss nicht aussehen, als könne man sich darin rasieren.
WAS IST MIT SCHUHWACHS?
Schuhcreme und Schuhwachs erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
CREME
vor allem:
Pflege.
Farbe.
Geschmeidigkeit.
WACHS
stärker:
Oberflächenschutz.
Glanz.
MUSS MAN WACHS VERWENDEN?
Nein.
Nicht bei jeder Pflege.
Für viele Alltagsschuhe reicht regelmäßige Creme vollkommen aus.
WANN IST WACHS INTERESSANT?
Wenn man:
mehr Glanz möchte.
besonders exponierte Bereiche schützen möchte.
eine klassische Hochglanzpolitur anstrebt.
DAS WACHS DÜNN AUFTRAGEN
Auch hier:
weniger.
Nicht dicke Schichten auf das gesamte Oberleder schmieren.
BESONDERS GEEIGNET:
Zehenspitze.
Fersenkappe.
Also jene relativ festen Bereiche, die sich wenig biegen.
WARUM NICHT DICKE WACHSSCHICHTEN AUF DIE GEHFALTE?
Weil dort das Leder ständig arbeitet.
Eine starre Wachsschicht kann dort schneller brechen und unschön aussehen.
DIE SPIEGELPOLITUR
Der berühmte Mirror Shine.
Besonders bei:
Oxford.
Abendschuhen.
sehr klassischen Businessschuhen.
WIE ENTSTEHT ER?
Durch sehr dünne Wachsschichten.
Immer wieder.
Mit wenig Wasser beziehungsweise entsprechend der verwendeten Poliermethode.
Geduld.
Polieren.
Nächste dünne Schicht.
NICHT:
eine riesige Menge Wachs auftragen und hoffen.
DER SPIEGELGLANZ IST HANDWERK
Und braucht Zeit.
MUSS EIN GENTLEMAN MIRROR SHINE TRAGEN?
Natürlich nicht.
Ein sauber gepflegter Lederschuh mit natürlichem Glanz ist im Alltag häufig sogar vielseitiger.
DER OXFORD
Vielleicht der klassische Kandidat für stärkeren Glanz.
Besonders:
schwarz.
zum dunklen Anzug.
DER DERBY
Darf etwas natürlicher wirken.
DER BROGUE
Durch seine Lochverzierungen besitzt er bereits viel Struktur.
Hier passt oft ein etwas weniger formeller Glanz.
DER LOAFER
Je nach Leder.
Ein schwarzer Glattlederloafer kann hervorragend poliert werden.
Ein brauner Penny Loafer darf dagegen ruhig mehr Patina zeigen.
DER MONK STRAP
Ähnlich.
Gepflegt.
Glänzend.
Aber nicht zwangsläufig spiegelnd.
PATINA IST KEIN SCHMUTZ
Das ist wichtig.
Ein guter Lederschuh soll nicht jedes Jahr wieder fabrikneu aussehen.
Gerade braunes Leder kann mit der Zeit:
hellere.
dunklere.
wärmere.
individuellere
Nuancen entwickeln.
DAS IST PATINA
Spuren des Tragens, die das Material interessanter machen.
PATINA ENTSTEHT
aber nur schön, wenn der Schuh gepflegt wird.
Vernachlässigung ist keine Patina.
WIE OFT SOLLTE MAN LEDERSCHUHE PUTZEN?
Keine starre Zahl.
Es hängt davon ab:
wie häufig sie getragen werden.
bei welchem Wetter.
welches Leder.
welche Belastung.
DIE EINFACHE REGEL
Nicht warten, bis der Schuh schlimm aussieht.
NACH DEM TRAGEN
Abbürsten kann bereits reichen.
REGELMÄSSIG
Pflegecreme.
BEI BEDARF
gründliche Reinigung und zusätzliche Politur.
WER ZEHN PAAR SCHUHE ROTIERT
muss jedes einzelne Paar natürlich seltener intensiv pflegen als jemand, der dasselbe Paar täglich trägt.
SCHUHE BRAUCHEN PAUSE
Leder nimmt beim Tragen Feuchtigkeit auf.
Deshalb sollte ein klassischer Lederschuh idealerweise nicht permanent Tag für Tag getragen werden.
BESSER:
wechseln.
Schuhspanner einsetzen.
trocknen lassen.
DAS VERLÄNGERT DIE LEBENSDAUER
und hilft, die Form zu erhalten.
WAS TUN BEI REGEN?
Lederschuhe dürfen grundsätzlich auch Wetter erleben.
Aber:
Nicht jedes feine Leder liebt starken Dauerregen.
NACH EINEM NASSEN TAG
Schmutz entfernen.
langsam trocknen lassen.
Schuhspanner verwenden.
NICHT:
direkt auf die Heizung.
ZEITUNGSPAPIER?
Kann kurzfristig Feuchtigkeit aufnehmen, wenn keine andere Lösung vorhanden ist.
Aber bei hochwertigen Schuhen sollte man vorsichtig sein und den Schuh nicht aggressiv ausstopfen oder verformen.
DANACH
wenn das Leder vollständig trocken ist:
Pflege beurteilen.
Bei Bedarf Creme.
SALZRÄNDER IM WINTER
Ein ernstzunehmendes Thema.
Streusalz kann Leder unschön belasten.
DESHALB:
nicht wochenlang ignorieren.
AM BESTEN:
zügig mit einer geeigneten, lederschonenden Methode beziehungsweise einem dafür vorgesehenen Produkt behandeln.
Je früher, desto besser.
AUCH HIER:
keine aggressiven Hausmittel ohne Kenntnis des Leders.
DER RAHMEN
Weltvergessen zwischen Oberleder und Sohle.
Dabei sammelt sich dort besonders gerne:
Staub.
Dreck.
Salz.
EINE KLEINE BÜRSTE
kann helfen, auch diese Bereiche sauber zu halten.
BEI RAHMENGENÄHTEN SCHUHEN
gehört ein sauberer Sohlen- und Rahmenbereich zum Gesamtbild.
DIE SOHLENKANTE
Kann je nach Schuh ebenfalls mit geeigneter Pflege aufgefrischt werden.
Besonders bei eleganten Schuhen sieht eine ausgeblichene oder beschädigte Sohlenkante schnell ungepflegt aus.
ABER:
Nicht einfach Oberledercreme überall einsetzen.
Produkte für den jeweiligen Bereich verwenden.
WILDSUEDE IST EINE ANDERE WELT
Wildleder beziehungsweise Veloursleder wird nicht wie Glattleder mit klassischer Schuhcreme behandelt.
DIE WICHTIGSTE REGEL
Keine normale Glattledercreme auf Wildleder.
WAS BRAUCHT MAN?
Eine geeignete Wildlederbürste.
gegebenenfalls spezielle Pflege- und Reinigungsprodukte für Rauleder.
BÜRSTEN
hilft dabei, den Flor wieder aufzurichten und oberflächlichen Schmutz zu entfernen.
FLECKEN
mit geeigneten Produkten behandeln.
Nicht einfach fettige Creme hineinreiben.
IMPRÄGNIERUNG
Kann bei Rauleder besonders sinnvoll sein.
Aber auch hier:
Produkt muss zum Material passen.
WILDLEDER DARF PATINA HABEN
Ein guter Wildlederloafer oder Chukka Boot muss nicht steril aussehen.
Das Material lebt von:
Struktur.
Tiefe.
natürlichen Veränderungen.
ABER:
öliger Fleck.
Schlamm.
Salzränder.
sind wiederum keine Patina.
GLATTLEDER IST NICHT GLEICH GLATTLEDER
Kalbsleder.
Cordovan.
Lackleder.
geprägtes Leder.
handgefärbtes Leder.
NICHT JEDES MATERIAL MAG DIESELBE PFLEGE
Besonders bei:
Shell Cordovan.
Lackleder.
exotischen Ledern.
speziellen Oberflächen
sollten immer die Hersteller- oder Fachhändlerempfehlungen beachtet werden.
DER STANDARD-GUIDE GILT PRIMÄR FÜR KLASSISCHES GLATTLEDER
Das ist wichtig.
LACKSCHUHE
Ein Smoking-Schuh aus Lackleder verlangt eine andere Pflege als ein klassischer Kalbsleder-Oxford.
KEINE NORMALE SCHUHCREME EINFACH DICK AUF LACKLEDER
Spezielle Lacklederpflege ist die bessere Wahl.
CORDOVAN
Ein besonderes Material.
Anderer Glanz.
anderes Faltenbild.
andere Pflege.
WER HOCHWERTIGE CORDOVAN-SCHUHE BESITZT
sollte sich gezielt mit der speziellen Pflege dieses Leders beschäftigen.
Hier gilt besonders:
weniger Produkt kann mehr sein.
DIE FARBIGE PATINA
Bei braunen Schuhen interessant.
Manche Männer arbeiten bewusst mit unterschiedlichen Pflegefarben, um:
Zehenbereich.
Ferse.
Kanten
etwas dunkler zu gestalten.
DAS KANN HERVORRAGEND AUSSEHEN
Aber:
vorsichtig.
Wer keine Erfahrung hat, beginnt lieber subtil.
EIN SCHUH SOLL NACH PATINA AUSSEHEN
Nicht nach Bastelprojekt.
DIE SCHNÜRSENKEL
Wenn sie:
ausgefranst.
stark verfärbt.
beschädigt
sind:
ersetzen.
EINE KLEINIGKEIT
die einen ansonsten gepflegten Schuh sofort besser wirken lässt.
DIE INNENSEITE
Auch sie gehört zum Schuh.
NACH DEM TRAGEN
lüften lassen.
Schuhspanner.
BEI STARKER FEUCHTIGKEIT
ausreichend trocknen lassen.
GERUCH
ist selten ein Problem, das man ausschließlich mit Parfümspray lösen sollte.
Sauberkeit.
Rotation.
Trocknung.
sind wichtiger.
DER SCHUHSPANNER
Vielleicht das beste Preis-Leistungs-Verhältnis der gesamten Schuhpflege.
Er hilft:
Form zu erhalten.
Gehfalten zu glätten.
den Schuh beim Trocknen zu stabilisieren.
WICHTIG:
passende Größe.
ZU GROSS
kann unnötig Druck aufbauen.
ZU KLEIN
bringt wenig.
DIE SCHUHBÜRSTEN
Idealerweise nicht eine einzige Bürste für:
schwarz.
dunkelbraun.
cognac.
hellbraun.
WARUM?
Farbrückstände.
Eine Bürste, die regelmäßig schwarze Schuhcreme poliert, sollte nicht anschließend auf einem hellen Cognac-Schuh landen.
DESHALB:
zumindest nach Farbfamilien trennen.
DAS POLIERTUCH
Ebenso.
Ein dunkles Tuch für dunkle Pflege.
Ein separates sauberes Tuch für helle Schuhe.
KEINE FUSSELNDEN STOFFE
Sonst besteht die letzte Phase des Schuheputzens darin, Baumwollfasern vom Schuh zu sammeln.
DER HÄUFIGSTE FEHLER: ZU VIEL PFLEGEMITTEL
Creme auf Creme auf Creme.
Wachs darüber.
Noch mehr Wachs.
DAS LEDER WIRD NICHT BESSER, JE DICKER DIE SCHICHT
Überschüssiges Produkt kann:
schmierig.
stumpf.
ungleichmäßig
wirken.
DIE REGEL:
dünn.
gleichmäßig.
sparsam.
DER ZWEITE FEHLER: SCHMUTZ EINFACH ÜBERCREMEN
Ein staubiger Schuh wird nicht sauber, weil braune Creme daraufkommt.
ERST REINIGEN
Dann pflegen.
DER DRITTE FEHLER: AGGRESSIVE HAUSMITTEL
Internettricks gibt es viele.
Nicht jeder gehört auf einen hochwertigen Lederschuh.
ZAHNPASTA?
Nein.
AGGRESSIVE REINIGER?
Nein.
IRGENDEIN ÖL AUS DER KÜCHE?
Keine gute Standardlösung.
DAS MATERIAL IST ZU WERTVOLL FÜR EXPERIMENTE
Geeignete Lederpflege kostet im Verhältnis zum Schuh fast nichts.
DER VIERTE FEHLER: HITZE
Nasser Schuh.
Heizung.
Schnelle Lösung?
Vielleicht.
Gute Lösung?
Nein.
LEDER SOLL LANGSAM TROCKNEN
DER FÜNFTE FEHLER: SCHUHSPANNER VERGESSEN
Gerade bei hochwertigen Lederschuhen ein vermeidbarer Fehler.
DER SECHSTE FEHLER: JEDEN TAG DASSELBE PAAR
Ein Schuh braucht Erholung.
Klingt luxuriös.
Ist aber schlicht Materialpflege.
DER SIEBTE FEHLER: NUR VOR DER HOCHZEIT PUTZEN
Schuhpflege funktioniert besser regelmäßig als als Notfallmaßnahme fünf Minuten vor dem Termin.
EIN SCHUH, DER MONATELANG AUSGETROCKNET IST
wird durch eine schnelle Schicht Glanzcreme nicht plötzlich wieder perfekt.
WIE LANGE DAUERT GUTE SCHUHPFLEGE?
Für einen normalen gepflegten Schuh?
Nicht besonders lange.
Abbürsten.
Creme.
kurz einziehen lassen.
polieren.
DIE SPIEGELPOLITUR
braucht natürlich mehr Zeit.
ABER DIE BASISPFLEGE?
Kann Teil einer ganz normalen Wochenendroutine sein.
SCHUHEPUTZEN ALS RITUAL
Vielleicht ist genau das der interessante Teil.
Man sitzt.
Nimmt sich zehn oder fünfzehn Minuten.
Bürste.
Creme.
Tuch.
Keine App.
Keine Batterie.
Kein Bildschirm.
DAS RESULTAT IST DIREKT SICHTBAR
Vorher:
matt.
staubig.
trocken.
Danach:
sauber.
gepflegt.
glänzend.
ETWAS ANALOGES
Und vielleicht gerade deshalb angenehm.
MUSS EIN GENTLEMAN SEINE SCHUHE SELBST PUTZEN?
Natürlich nicht.
Auch ein guter Schuhputzservice kann hervorragende Arbeit leisten.
ABER ER SOLLTE WISSEN, WIE ES GEHT
Das ist der Unterschied.
Einen Knopf annähen.
eine Fliege binden.
einen Wein öffnen.
einen Lederschuh pflegen.
Ein paar grundlegende Dinge sollte ein Mann beherrschen.
GUTE SCHUHE SIND FÜR JAHRE GEMACHT
Besonders hochwertige:
rahmengenähte.
durchgenähte.
reparierbare
Modelle können bei guter Pflege sehr lange getragen werden.
SOHLE ABGELAUFEN?
Das bedeutet bei einem hochwertigen Schuh nicht automatisch:
wegwerfen.
Ein guter Schuhmacher kann je nach Konstruktion:
Sohlen.
Absätze.
Kanten
erneuern.
GENAU HIER ZEIGT SICH DER UNTERSCHIED
zwischen:
Konsumartikel.
und
Garderobenstück.
EIN SCHUH SOLL ALTERN
Ein brauner Lederschuh nach zehn Jahren darf anders aussehen als am ersten Tag.
Das ist sogar Teil seiner Schönheit.
KLEINE FALTEN
normal.
FARBTIEFE
interessant.
PATINA
gewünscht.
TROCKENE RISSE
nicht.
DIE KUNST DES SCHUHEPUTZENS IN ACHT SCHRITTEN
1. Schuhspanner einsetzen und gegebenenfalls Schnürsenkel entfernen.
2. Staub und losen Schmutz gründlich abbürsten.
3. Bei stärkerer Verschmutzung mit einem geeigneten Lederreiniger arbeiten.
4. Leder vollständig trocknen lassen.
5. Eine kleine Menge farblich passende Schuhcreme dünn einarbeiten.
6. Kurz einziehen lassen.
7. Mit einer weichen Polierbürste auspolieren.
8. Mit einem sauberen weichen Tuch den gewünschten Glanz erzeugen.
Optional:
Dünnes Schuhwachs für zusätzlichen Schutz und stärkeren Glanz.
Mehr braucht die klassische Grundpflege nicht.
DIE GRUNDAUSSTATTUNG
Ein Gentleman braucht keine professionelle Schuhputzwerkstatt.
Ein vernünftiges Set reicht:
Staubbürste
Polierbürste
Baumwolltücher
gute Schuhcreme
bei Bedarf Lederreiniger
optional Schuhwachs
Schuhspanner
Damit kann ein hochwertiger Schuh jahrelang vernünftig gepflegt werden.
GLATT, WILD ODER LACK?
Die wichtigste Unterscheidung vor jedem Pflegeschritt.
GLATTLEDER
Reinigen.
Creme.
Polieren.
Optional Wachs.
WILDLEDER / VELOURS
Bürsten.
spezielle Raulederpflege.
gegebenenfalls imprägnieren.
LACKLEDER
spezielle Lackpflege.
NIEMALS EINFACH EIN PRODUKT FÜR ALLES VERWENDEN
Schuhpflege beginnt damit, das Material zu kennen.
WELCHE SCHUHE VERDIENEN BESONDERS VIEL PFLEGE?
Alle guten.
Aber insbesondere:
Oxford.
Derby.
Brogue.
Monk Strap.
Loafer.
Chelsea Boot aus Glattleder.
AUCH EIN GÜNSTIGERER SCHUH PROFITIERT
Natürlich.
Pflege ist keine Frage des Luxuslabels.
DER SCHUH VERRÄT VIEL
Ein Mann kann einen hervorragenden Anzug tragen.
Eine gute Uhr.
ein makelloses Hemd.
Und dann:
trockene, stumpfe, ungepflegte Schuhe.
Das fällt auf.
UMGEKEHRT:
Ein einfaches Outfit mit hervorragend gepflegten Lederschuhen wirkt sofort besser.
WARUM?
Weil gepflegte Schuhe Aufmerksamkeit für Details zeigen.
Nicht Übertreibung.
SCHUHGLANZ IST NICHT DASSELBE WIE NEUWERTIGKEIT
Ein älterer Schuh darf Spuren tragen.
Ein guter Glanz bedeutet nicht:
alle Geschichte entfernen.
Sondern:
die Geschichte pflegen.
DAS MACHT LEDER SO INTERESSANT
Es verändert sich.
DIE KUNST DES SCHUHEPUTZENS
Vielleicht klingt der Begriff zunächst größer als die Sache selbst.
Schließlich reinigen wir nur Schuhe.
Aber darin liegt ein Gedanke, der weit über Schuhcreme hinausgeht:
Gute Dinge sollte man nicht sofort ersetzen, wenn sie Gebrauchsspuren bekommen. Man sollte lernen, sie zu erhalten.
Ein hochwertiger Lederschuh ist dafür ein perfektes Beispiel.
Er wird getragen.
Er bekommt Falten.
Er erlebt Regen.
Straßen.
Abende.
Reisen.
Und irgendwann sieht er nicht mehr aus wie aus dem Karton.
Gut so.
DIE AUFGABE DER PFLEGE IST NICHT, IHN WIEDER NEU ZU MACHEN
Sondern:
ihn gut altern zu lassen.
Ein guter Lederschuh braucht keinen permanenten Neuzustand. Er braucht Pflege, Zeit – und die Chance, Patina zu entwickeln.
Das Editorial „Die Kunst des Schuheputzens“ zeigt Schritt für Schritt, wie Männer Lederschuhe richtig reinigen, pflegen und polieren. Von Schuhspanner, Bürste und Lederreiniger über Schuhcreme und Polierbürste bis zu Schuhwachs und Hochglanzpolitur erklärt der THE STYLE EDIT die wichtigsten Grundlagen klassischer Schuhpflege. Dazu kommen Tipps für Glattleder, Wildleder, Schuhpflege bei Regen und Salz sowie die richtige Aufbewahrung hochwertiger Herrenschuhe. Denn gute Lederschuhe werden durch regelmäßige Pflege nicht nur langlebiger – sie entwickeln mit der Zeit eine individuelle Patina.