Viele Männer verwechseln Lautstärke mit Klasse und Aufmerksamkeit mit Stil.


IN A WORLD OF BOYS, BE A GENTLEMAN.
Gentleman Style beginnt nicht beim Anzug – und schon gar nicht beim Kontostand. Er zeigt sich darin, wie ein Mann auswählt, spricht, zuhört und mit anderen umgeht.
Der „Boy“ in unserem Editorial steht deshalb nicht für ein bestimmtes Alter. Er steht für ein Verhalten, das vor allem auf Aufmerksamkeit setzt: Trends um jeden Preis, möglichst laute Statussymbole, Selbstdarstellung beim Date und der permanente Wunsch, Eindruck zu machen.
Der Gentleman wählt anders.
1. Kleidung
Nicht jedem Trend hinterherlaufen. Gute Passform, hochwertige Materialien und eine Garderobe, die zur eigenen Persönlichkeit passt.
2. Automobile
Nicht das lauteste Auto gewinnt. Ein Gentleman schätzt Design, Geschichte, Technik und Charakter – auch dann, wenn niemand zusieht.
3. Beim Date
Er hört zu. Er stellt Fragen. Er behandelt sein Gegenüber nicht als Publikum für seine eigenen Geschichten. Aufmerksamkeit ist attraktiver als Selbstdarstellung.
4. Im Restaurant
Er kennt die grundlegende Etikette, begegnet dem Personal respektvoll und muss weder über Preise noch über seine Bestellung Eindruck erzeugen. Souveränität wirkt am stärksten, wenn sie selbstverständlich erscheint.
5. Das Auftreten
Ein Gentleman braucht keine Bühne. Klare Prinzipien, Disziplin, Respekt und Stil sprechen für ihn – lange bevor es Logos oder Statussymbole tun.
Und vielleicht ist genau das der entscheidende Unterschied:
Der Boy möchte gesehen werden.
Der Gentleman möchte etwas darstellen, auch wenn niemand hinsieht.
IN A WORLD OF BOYS, BE A GENTLEMAN
Ein Gentleman erkennt man nicht zuerst am Anzug.
Nicht an der Uhr.
Nicht am Auto.
Nicht daran, ob er die richtige Gabel benutzt.
Und schon gar nicht daran, wie oft er das Wort Gentleman selbst verwendet.
Man erkennt ihn daran, wie er sich verhält, wenn niemand beeindruckt werden muss.
„In a world of boys, be a gentleman.“
Der Satz klingt zunächst wie ein Stilstatement.
Eigentlich beschreibt er etwas viel Größeres:
den Unterschied zwischen bloß älter werden und tatsächlich erwachsen werden.
Denn ein Gentleman ist keine Altersgruppe.
Er ist eine Entscheidung darüber, wie ein Mann durchs Leben gehen möchte.
EIN GENTLEMAN IST KEIN KOSTÜM
Weiße Hemden.
Maßanzüge.
Loafer.
Uhren.
Grand Hotels.
All das gehört zu jener Welt, die wir bei THE GENTLEMEN’S RESIDENCE lieben.
Aber nichts davon macht automatisch einen Gentleman.
Ein Mann kann hervorragend gekleidet sein und sich trotzdem respektlos, unzuverlässig und arrogant verhalten.
Dann bleibt nur die Kleidung.
Stil beginnt deshalb nicht im Kleiderschrank.
Er zeigt sich im Umgang mit anderen Menschen.
DER UNTERSCHIED ZWISCHEN EINEM JUNGEN UND EINEM MANN
Natürlich geht es dabei nicht um biologisches Alter.
Es gibt Männer mit 25, die erstaunlich erwachsen handeln.
Und Männer mit 55, bei denen jede Kleinigkeit zum Drama wird.
„Boy“ steht in diesem Gedanken vielmehr für eine bestimmte Form von Unreife:
Verantwortung abschieben.
Sich ständig beweisen müssen.
Nur an den eigenen Vorteil denken.
Versprechen leichtfertig geben.
Bei Problemen verschwinden.
Andere für eigene Fehler verantwortlich machen.
Der Gentleman versucht das Gegenteil.
ER ÜBERNIMMT VERANTWORTUNG
Vielleicht eines der wichtigsten Merkmale eines erwachsenen Mannes.
Etwas geht schief.
Dann lautet die erste Frage nicht:
„Wer war schuld?“
Sondern:
„Was kann ich jetzt tun?“
Das bedeutet nicht, jede Verantwortung für Dinge zu übernehmen, die man nicht verursacht hat.
Aber für die eigenen Entscheidungen sehr wohl.
Ein Gentleman kann sagen:
„Das war mein Fehler.“
Ohne fünf Minuten Erklärung dahinter.
ER HÄLT SEIN WORT
Zuverlässigkeit ist nicht spektakulär.
Sie erzeugt keine großen Bilder.
Aber sie gehört zu den wertvollsten Eigenschaften eines Mannes.
Wenn er sagt:
„Ich komme.“
Dann kommt er.
Wenn er zusagt:
„Ich kümmere mich darum.“
Dann kümmert er sich.
Und wenn etwas nicht funktioniert, meldet er sich.
Ein Gentleman muss nicht alles versprechen.
Aber was er verspricht, sollte Gewicht haben.
ER IST PÜNKTLICH
Pünktlichkeit ist eine der einfachsten Formen von Respekt.
Natürlich kann jeder einmal im Stau stehen.
Ein Zug fällt aus.
Ein Termin dauert länger.
Das Leben lässt sich nicht vollständig planen.
Aber chronische Verspätung ist selten ein Zeichen besonderer Individualität.
Sie bedeutet meistens, dass andere Menschen regelmäßig warten müssen.
Ein Gentleman behandelt fremde Zeit nicht grundsätzlich als weniger wertvoll als seine eigene.
ER BEHANDELT SERVICEPERSONAL MIT RESPEKT
Vielleicht einer der zuverlässigsten Charaktertests überhaupt.
Wie spricht ein Mann mit dem Kellner?
Mit der Reinigungskraft?
Mit der Mitarbeiterin an der Hotelrezeption?
Mit dem Taxifahrer?
Mit Menschen, von denen er glaubt, dass sie ihm gesellschaftlich nichts „bringen“ können?
Freundlichkeit nach oben ist leicht.
Respekt zeigt sich besonders darin, wie ein Mann mit Menschen umgeht, von denen er nichts braucht.
GUTES BENEHMEN BRAUCHT KEINE SHOW
Ein Gentleman kennt Manieren.
Aber er benutzt sie nicht, um andere vorzuführen.
Er korrigiert niemanden am Tisch öffentlich, weil dieser versehentlich das falsche Besteck genommen hat.
Er macht Menschen nicht klein, weil sie einen Dresscode nicht kennen.
Wirklich gutes Benehmen sorgt dafür, dass andere sich wohler fühlen.
Nicht unsicherer.
ER KANN ZUHÖREN
Viele Menschen warten in Gesprächen nur darauf, wieder selbst sprechen zu können.
Ein Gentleman hört tatsächlich zu.
Er fragt nach.
Er unterbricht nicht permanent.
Er muss nicht zu jedem Thema sofort eine Geschichte erzählen, die größer, aufregender oder erfolgreicher ist als die seines Gegenübers.
Manchmal besteht gute Gesellschaft schlicht darin, einem anderen Menschen Raum zu geben.
ER MUSS NICHT IMMER DER INTERESSANTESTE MANN IM RAUM SEIN
Das ist vielleicht sogar ein Zeichen von Selbstsicherheit.
Ein anderer erzählt eine großartige Geschichte.
Dann darf sie großartig bleiben.
Ein Freund hat Erfolg.
Dann darf man sich freuen.
Ein Kollege erhält Anerkennung.
Dann muss man nicht sofort erklären, warum man selbst eigentlich noch mehr geleistet hat.
Ein Mann mit Format verliert nichts, wenn jemand anderes glänzt.
ER BRAUCHT KEINE PERMANENTE BESTÄTIGUNG
Likes.
Komplimente.
Status.
Geld.
Autos.
Uhren.
Titel.
All das kann Freude machen.
Problematisch wird es, wenn der eigene Selbstwert davon abhängig wird.
Der moderne Gentleman darf Erfolg genießen.
Er darf Luxus lieben.
Er darf schöne Dinge besitzen.
Aber er sollte nicht ständig beweisen müssen, dass er jemand ist.
Je sicherer ein Mann in sich selbst wird, desto weniger laut muss sein Status werden.
ER KANN VERLIEREN
Ein Geschäft.
Eine Diskussion.
Ein Spiel.
Eine Beziehung.
Nicht jede Situation im Leben endet mit einem Sieg.
Der Unterschied zeigt sich häufig danach.
Schuldzuweisungen?
Beleidigungen?
Rache?
Oder die Fähigkeit zu sagen:
„Das ist nicht so gelaufen, wie ich wollte.“
Und weiterzugehen.
Verlieren zu können, ohne den eigenen Charakter zu verlieren, ist eine unterschätzte Form von Stärke.
ER KANN GEWINNEN, OHNE ZU DEMÜTIGEN
Dasselbe gilt andersherum.
Wer gewonnen hat, muss den anderen nicht zusätzlich kleinmachen.
Im Sport.
Im Geschäft.
Im Streit.
Bei einer Verhandlung.
Großzügigkeit im Sieg zeigt oft mehr Format als der Sieg selbst.
EIN GENTLEMAN KANN SICH ENTSCHULDIGEN
Nicht:
„Tut mir leid, wenn du das falsch verstanden hast.“
Das ist keine Entschuldigung.
Eine echte Entschuldigung übernimmt Verantwortung.
„Das war falsch von mir.“
„Das hätte ich anders machen müssen.“
„Es tut mir leid.“
Mehr braucht es häufig nicht.
ER KANN SEINE MEINUNG ÄNDERN
Auch das gehört zu erwachsener Männlichkeit.
Neue Fakten können eine alte Meinung verändern.
Neue Erfahrungen ebenfalls.
Ein Gentleman muss nicht zwanzig Jahre lang eine Position verteidigen, nur weil er sie irgendwann einmal ausgesprochen hat.
Rückgrat bedeutet nicht Starrsinn.
ER MUSS NICHT ALLES WISSEN
„Ich weiß es nicht.“
Ein erstaunlich guter Satz.
Noch besser:
„Erklär es mir.“
Wissen vortäuschen wirkt selten beeindruckend.
Echte Neugier dagegen schon.
Ein erwachsener Mann hat kein Problem damit, einem anderen Kompetenz zuzugestehen.
ER BLEIBT RUHIGER, WENN ES SCHWIERIG WIRD
Solange alles funktioniert, ist Gelassenheit einfach.
Interessant wird es, wenn der Flug ausfällt.
Das Auto liegen bleibt.
Ein Mitarbeiter einen Fehler macht.
Das Hotelzimmer nicht stimmt.
Ein Geschäft platzt.
Dann zeigt sich Selbstkontrolle.
Ein Gentleman darf verärgert sein.
Aber er muss seine Wut nicht an jedem Menschen auslassen, der zufällig vor ihm steht.
SELBSTKONTROLLE BEDEUTET NICHT EMOTIONSLOSIGKEIT
Ein Gentleman darf wütend sein.
Traurig.
Enttäuscht.
Unsicher.
Begeistert.
Verliebt.
Er muss nicht so tun, als berühre ihn nichts.
Die entscheidende Frage lautet:
Beherrscht die Emotion den Mann – oder kann der Mann entscheiden, was er daraus macht?
ER KENNT SEINE GRENZEN
Ein moderner Gentleman sagt nicht zu allem Ja.
Er kann ablehnen.
Ein Geschäft.
Eine Einladung.
Eine Bitte.
Eine Beziehung.
Ein Verhalten.
Freundlich.
Aber eindeutig.
„Das passt für mich nicht.“
Ein vollständiger Satz.
ER RESPEKTIERT DIE GRENZEN ANDERER
Dasselbe gilt umgekehrt.
Ein Nein bleibt ein Nein.
Auch beim Flirten.
In Beziehungen.
Im Beruf.
Im gesellschaftlichen Leben.
Charme besteht nicht darin, jeden Widerstand irgendwann doch noch zu überwinden.
Respekt bedeutet, zu verstehen, wann man aufhört.
ER BEHANDELT FRAUEN NICHT WIE Trophäen
Ein Gentleman darf Frauen attraktiv finden.
Flirten.
Begehren.
Sich verlieben.
Aber eine Frau ist kein Statussymbol, mit dem ein Mann seinen Wert gegenüber anderen Männern beweist.
Nicht die Zahl seiner Beziehungen macht ihn erwachsen.
Sondern die Art, wie er mit Menschen umgeht.
FLIRTEN DARF LEICHT SEIN
Humor.
Blickkontakt.
Gespräch.
Interesse.
Keine komplizierte Strategie notwendig.
Ein Gentleman versucht nicht, jede Begegnung zu „gewinnen“.
Manchmal entsteht etwas.
Manchmal nicht.
Auch damit kann ein erwachsener Mann umgehen.
ER REDET NICHT ABWERTEND ÜBER EHEMALIGE PARTNERINNEN
Beziehungen können schlecht enden.
Menschen verletzen sich.
Manchmal gibt es berechtigten Ärger.
Trotzdem wirkt es selten besonders souverän, wenn ein Mann bei jeder Gelegenheit seine Ex-Partnerin öffentlich demontiert.
Man darf Konsequenzen ziehen.
Und trotzdem Diskretion bewahren.
DISKRETION IST EIN TEIL VON STIL
Nicht jede Geschichte gehört weitererzählt.
Nicht jedes Geheimnis.
Nicht jede geschäftliche Information.
Nicht jede intime Erfahrung.
Ein Gentleman weiß:
Manche Dinge werden einem erzählt, weil jemand Vertrauen besitzt.
Dieses Vertrauen ist kein Unterhaltungsprogramm für den nächsten Abend.
ER MUSS NICHT JEDEN TRATSCH MITMACHEN
Natürlich reden Menschen über andere Menschen.
Wir alle.
Aber ein Unterschied besteht darin, ob gelegentlich etwas besprochen wird oder ob ein Mann seinen gesamten gesellschaftlichen Wert daraus zieht, die Geschichten anderer weiterzugeben.
Wer über jeden redet, vermittelt irgendwann eine klare Botschaft:
Über dich rede ich ebenfalls, sobald du den Raum verlässt.
ER KANN MIT GELD UMGEHEN
Nicht zwingend reich werden.
Aber Verantwortung übernehmen.
Rechnungen bezahlen.
Rücklagen bilden.
Verträge verstehen.
Nicht permanent mehr ausgeben, als vorhanden ist.
Geld ist kein Charaktertest.
Aber der Umgang damit zeigt häufig Selbstkontrolle.
ER MUSS WOHLSTAND NICHT INSZENIEREN
Ein schönes Auto darf Freude machen.
Eine gute Uhr ebenfalls.
Ein hervorragendes Hotel.
Ein besonderer Wein.
Ein maßgeschneiderter Anzug.
Das alles gehört zu einer kultivierten Lebensart.
Aber der Gentleman genießt Dinge nicht ausschließlich dafür, dass andere sie sehen.
Luxus ohne Publikum bleibt Luxus.
ER ZAHLT SEINE SCHULDEN
Finanziell.
Und im übertragenen Sinn.
Wenn jemand ihm geholfen hat, vergisst er es nicht.
Wenn jemand für ihn eingestanden ist, erinnert er sich daran.
Loyalität besitzt ein Gedächtnis.
ER KANN ANDEREN ERFOLG GÖNNEN
Der Freund kauft das schönere Auto.
Der Kollege bekommt die Beförderung.
Ein Bekannter baut ein erfolgreiches Unternehmen auf.
Natürlich kann kurz Neid aufkommen.
Das ist menschlich.
Aber ein sicherer Mann kann anschließend sagen:
„Stark. Freut mich für dich.“
Ohne den Erfolg sofort relativieren zu müssen.
ER GIBT KOMPLIMENTE
Ehrlich.
Konkret.
Ohne versteckte Absicht.
„Das Sakko steht dir.“
„Das war eine starke Präsentation.“
„Du hast das wirklich gut gelöst.“
„Auf dich kann man sich verlassen.“
Ein Gentleman kann anderen Anerkennung geben, ohne zu glauben, dadurch selbst kleiner zu werden.
UND ER KANN EIN KOMPLIMENT ANNEHMEN
„Danke.“
Mehr braucht es nicht.
Kein:
„Ach, war doch nichts.“
Kein sofortiges Zurückkompliment.
Keine Erklärung, dass das Sakko eigentlich im Sale war.
Anerkennung annehmen zu können gehört genauso zur Selbstsicherheit wie sie auszusprechen.
ER WEISS, WANN ER GEHEN SOLLTE
Von einer Party.
Aus einer Diskussion.
Aus einer Beziehung.
Aus einem schlechten Geschäft.
Aus einer Situation, in der niemand mehr etwas gewinnt.
Manchmal besteht Stärke darin, weiterzumachen.
Manchmal darin, rechtzeitig aufzuhören.
Die Schwierigkeit liegt darin, den Unterschied zu erkennen.
ALKOHOL IST KEINE ENTSCHULDIGUNG
Ein guter Abend darf lang werden.
Ein Drink gehört für viele dazu.
Vielleicht auch mehrere.
Aber:
„Ich war betrunken.“
erklärt Verhalten.
Es entschuldigt nicht automatisch alles.
Ein Gentleman kennt idealerweise den Punkt, an dem aus Genuss Kontrollverlust wird.
ER KENNT DEN UNTERSCHIED ZWISCHEN MUT UND LEICHTSINN
Risiken gehören zum Leben.
Unternehmen gründen.
Reisen.
Investieren.
Sich verlieben.
Etwas Neues wagen.
Aber ein Risiko einzugehen, nachdem man die Konsequenzen verstanden hat, ist etwas anderes als gedankenloses Verhalten.
Mut besitzt Bewusstsein.
Leichtsinn ignoriert Folgen.
ER SORGT FÜR SICH
Gesundheit.
Schlaf.
Bewegung.
Pflege.
Arzttermine.
Ein Gentleman ist nicht unverwundbar.
Und erwachsene Männlichkeit besteht nicht darin, Beschwerden so lange zu ignorieren, bis andere sich darum kümmern müssen.
Sich um den eigenen Körper zu kümmern ist Verantwortung.
GEPFLEGT SEIN IST KEINE EITELKEIT
Saubere Kleidung.
Gepflegte Schuhe.
Haare.
Bart.
Haut.
Hände.
Duft mit Maß.
Das alles ist keine Frage von Schönheit.
Es signalisiert:
Ich habe mir Gedanken gemacht.
Über mich.
Und über die Menschen, denen ich begegne.
ER KLEIDET SICH FÜR DEN ANLASS
Nicht immer im Anzug.
Das wäre keine Stilkompetenz, sondern Uniform.
Ein Gentleman weiß, wann ein Sakko richtig ist.
Und wann Shorts und Leinenhemd genau richtig sind.
Stil bedeutet, einen Kontext zu verstehen.
Nicht grundsätzlich der formellste Mann im Raum zu sein.
ER KAUFT NICHT JEDEN TREND
Nicht weil Trends grundsätzlich schlecht wären.
Aber ein erwachsener Stil braucht keine permanente Neuerfindung.
Gute Passform.
Gute Materialien.
Klassische Farben.
Ein paar persönliche Details.
Damit kommt ein Mann erstaunlich weit.
ER HAT EINE EIGENE MEINUNG
Aber nicht zu allem.
Das ist ein Unterschied.
Ein Gentleman informiert sich.
Denkt nach.
Und kann danach eine Position vertreten.
Er muss allerdings nicht zu jedem Thema innerhalb von dreißig Sekunden eine endgültige Meinung produzieren.
Manchmal ist:
„Dazu weiß ich zu wenig.“
die intelligenteste Antwort.
ER DISKUTIERT, OHNE DEN MENSCHEN ZU ZERSTÖREN
Zwei Menschen können vollkommen unterschiedlicher Meinung sein.
Politisch.
Gesellschaftlich.
Geschäftlich.
Persönlich.
Eine Diskussion muss nicht automatisch zur Feindschaft werden.
Man kann eine Position scharf kritisieren und den Menschen trotzdem respektieren.
ER BRAUCHT KEINE DAUEREMPÖRUNG
Die moderne Welt bietet jeden Tag genug Gründe, sich aufzuregen.
Nachrichten.
Social Media.
Kommentare.
Irgendjemand sagt ständig etwas, das einem nicht gefällt.
Ein Gentleman entscheidet, welche Dinge seine Aufmerksamkeit tatsächlich verdienen.
Nicht jede Provokation bekommt Energie.
ER IST NICHT ONLINE EIN ANDERER MENSCH
Respekt gilt auch hinter einem Bildschirm.
Kommentare, die man einem Menschen niemals ins Gesicht sagen würde, werden nicht automatisch kultivierter, weil zwischen beiden ein Smartphone liegt.
Digitales Benehmen ist heute Teil guten Benehmens.
ER MUSS NICHT JEDEN MOMENT VERÖFFENTLICHEN
Dinner.
Urlaub.
Hotel.
Uhr.
Auto.
Beziehung.
Ein Teil des Lebens darf privat bleiben.
Vielleicht ist genau das in einer dauervernetzten Welt eine neue Form von Luxus.
ER HÄLT FREUNDSCHAFTEN
Nicht nur Kontakte.
Freunde.
Menschen, die man anrufen kann.
Und die einen anrufen können.
Freundschaften brauchen Zeit.
Sie funktionieren nicht ausschließlich über gelegentliche Likes.
Manchmal muss man tatsächlich auftauchen.
ER MELDET SICH AUCH OHNE ANLASS
Nicht nur:
„Ich brauche etwas.“
Sondern:
„Wie geht es dir?“
Ein kleiner Unterschied.
Aber einer, den Menschen sehr schnell bemerken.
ER IST EIN GUTER GAST
Pünktlich.
Vielleicht eine kleine Aufmerksamkeit.
Interesse am Gastgeber.
Nicht der Letzte, der noch sitzen bleibt, obwohl längst aufgeräumt wird.
Und ein Dank am nächsten Tag ist niemals verkehrt.
UND EIN GUTER GASTGEBER
Er sorgt dafür, dass Menschen sich wohlfühlen.
Nicht dafür, dass sie beeindruckt sind.
Genug Essen.
Gute Getränke.
Aufmerksamkeit.
Vielleicht Musik.
Ein Gastgeber muss nicht den ganzen Abend beweisen, wie teuer alles war.
Wenn die Gäste gerne bleiben, war es wahrscheinlich gut.
ER HAT HUMOR
Und kann über sich selbst lachen.
Vielleicht eine der sympathischsten Formen von Selbstsicherheit.
Ein Fehler.
Eine peinliche Situation.
Ein Versprecher.
Nicht alles muss zum Gesichtsverlust erklärt werden.
Ein Mann, der sich selbst nicht permanent verteidigen muss, wirkt häufig souveräner.
ABER ER MACHT SCHWÄCHERE NICHT ZUR POINTE
Humor nach unten ist selten besonders mutig.
Servicepersonal.
Unsichere Menschen.
Jemand, der sich schlecht wehren kann.
Ein Gentleman braucht kein leichtes Opfer, um unterhaltsam zu sein.
ER HILFT, OHNE ES SOFORT ZU VERÖFFENTLICHEN
Nicht jede gute Tat braucht Beweisfotos.
Man kann einem Menschen helfen.
Etwas spenden.
Jemanden unterstützen.
Und es danach einfach dabei belassen.
Vielleicht ist gerade die Hilfe besonders wertvoll, die keinen Applaus erwartet.
ER STEHT FÜR ETWAS
Prinzipien müssen nicht laut verkündet werden.
Man erkennt sie an Entscheidungen.
Was tut ein Mann, wenn Ehrlichkeit unbequem wird?
Wenn Loyalität etwas kostet?
Wenn niemand zusieht?
Wenn ein kurzfristiger Vorteil gegen das eigene Wort steht?
Dort zeigt sich Charakter.
ER BLEIBT LERNFÄHIG
Gentleman sein bedeutet nicht, irgendwann fertig zu sein.
Man lernt.
Aus Fehlern.
Aus anderen Menschen.
Aus Büchern.
Aus Reisen.
Aus Beziehungen.
Aus Niederlagen.
Ein erwachsener Mann muss nicht so tun, als hätte er alles verstanden.
STIL IST NUR DER SICHTBARE TEIL
Natürlich lieben wir gute Anzüge.
Uhren.
Autos.
Hotels.
Düfte.
Schuhe.
Bars.
Restaurants.
All diese Dinge machen das Leben schöner.
Aber sie bleiben Oberfläche, wenn darunter nichts steht.
Ein Gentleman mit Stil ist interessant.
Ein Gentleman mit Stil und Charakter ist etwas anderes.
IN A WORLD OF BOYS, BE A GENTLEMAN
Sei zuverlässig.
Sei respektvoll.
Halte dein Wort.
Übernimm Verantwortung.
Lerne zuzuhören.
Beherrsche dich, wenn andere die Kontrolle verlieren.
Sei großzügig mit Anerkennung.
Diskret mit Informationen.
Klar bei deinen Grenzen.
Und bescheiden genug, deine Meinung zu ändern, wenn du falsch lagst.
Du musst nicht perfekt sein.
Kein Gentleman ist es.
Es geht nicht darum, niemals Fehler zu machen.
Es geht darum, was ein Mann tut, nachdem er einen gemacht hat.
Vielleicht ist das am Ende die einfachste Definition:
Ein Junge möchte beweisen, dass er ein Mann ist. Ein Gentleman muss niemandem mehr beweisen, wer er ist.
Das Editorial „In a World of Boys, Be a Gentleman“ beschäftigt sich mit der Frage, was einen modernen Gentleman heute ausmacht. Nicht Kleidung, Status oder Vermögen stehen dabei im Mittelpunkt, sondern Charakter, Respekt, gutes Benehmen, Zuverlässigkeit, Selbstkontrolle, Diskretion und die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Ein THE CODE über moderne Männlichkeit und darüber, warum Gentleman sein weniger mit gesellschaftlichen Regeln als mit der Art zu tun hat, wie ein Mann andere Menschen behandelt – besonders dann, wenn niemand zusieht.
