Jacket-Edit. 20 Jacken die den Herbst 2026 definieren.




THE JACKET EDIT – 20 Jacken, die den Herbst 2026 definieren.
Es gibt Kleidungsstücke, die eine Saison begleiten. Und es gibt Kleidungsstücke, die einen ganzen Look bestimmen.
Kaum etwas verändert die Wirkung eines Männer-Outfits so unmittelbar wie die richtige Jacke. Sie ist im Herbst das erste Kleidungsstück, das man sieht, prägt die Silhouette und entscheidet häufig darüber, ob ein Outfit sportlich, klassisch, urban oder luxuriös wirkt.
Für unseren neuen THE STYLE EDIT haben wir deshalb zwanzig Modelle und Varianten zusammengestellt, die exemplarisch zeigen, wohin sich Herrenjacken aktuell bewegen: zurück zu Utility, Heritage, hochwertigem Leder und Veloursleder, Bomber-Silhouetten, Harrington-Klassikern, strukturierten Stoffen und funktionalen Übergangsjacken.
Die Kulisse dafür: Mailand – jene Stadt, in der klassische Herrenmode und zeitgenössischer Stil seit Jahrzehnten beinahe selbstverständlich nebeneinander existieren.
01–05 · UTILITY & HERITAGE
Der erste Teil unseres Guides zeigt vielleicht die wichtigste Entwicklung der Saison: Funktion wird wieder sichtbar.
Field Jackets, Barn Jackets und gewachste Baumwolljacken erinnern ursprünglich an Arbeitskleidung, Militär, Jagd oder Countrywear. Heute werden diese Formen deutlich urbaner getragen – mit Wollpullover, Hemd, Chino, Jeans oder sogar über leichterem Tailoring.
Modelle von J.Crew, Barbour, Belstaff, SAGE NATION und Banana Republic stehen dabei für sehr unterschiedliche Interpretationen derselben Grundidee.
Die Barn Jacket lebt vom entspannten Schnitt, Cordkragen und robustem Canvas. Sie funktioniert hervorragend mit Denim, Chino und grobem Strick.
Die Barbour Bedale gehört dagegen längst zu den Klassikern der britischen Outerwear. Gewachste Baumwolle, Cordkragen und funktionale Details geben ihr einen Charakter, der kaum modischen Schwankungen unterliegt.
Auch die Belstaff Trialmaster zeigt, warum manche Jacken über Jahrzehnte relevant bleiben: vier markante Taschen, Gürtel, robuste Materialien – ursprünglich funktional gedacht, heute ein unverkennbares Stilstatement.
Modernere Field-Jacket-Interpretationen reduzieren diese Elemente und übertragen sie in eine klarere, urbane Silhouette.
Der entscheidende Styling-Code:
Je funktionaler die Jacke, desto ruhiger darf der Rest sein.
Ein weißes oder hellblaues Hemd, dunkler Strick, cremefarbene Hose und gute Lederschuhe reichen vollkommen aus.
06–10 · BOMBER & HARRINGTON
Kaum eine Jackenform wurde so oft neu interpretiert wie der Bomber.
Was einst militärische Funktionskleidung war, gehört heute selbstverständlich zur erwachsenen Männergarderobe.
Und 2026 ist die spannendste Entwicklung nicht der klassische Nylon-Bomber allein, sondern die Verwendung hochwertigerer Stoffe und eleganterer Farben.
Ein brauner Woll- oder Veloursleder-Bomber lässt sich heute problemlos zu Bundfaltenhose, Strick und Loafern kombinieren. Dadurch verliert die Form ihren rein sportlichen Charakter und rückt deutlich näher an klassische Menswear.
Suitsupply interpretiert den Bomber entsprechend eleganter, während Kiton die Grundform mit luxuriösen Materialien in die Welt italienischer Luxuskleidung überträgt.
Der Buck Mason Flight Nylon LZ Bomber bleibt näher an der ursprünglichen Flight-Jacket-Idee: funktional, robust und unkompliziert.
Und dann ist da natürlich die Baracuta G9.
Eine Harrington Jacket, die seit Jahrzehnten beweist, dass gutes Design kaum verbessert werden muss.
Kurzer Schnitt, Stehkragen, elastische Abschlüsse und das charakteristische Innenfutter: Die G9 funktioniert mit Polo, Oxford-Hemd, T-Shirt oder feinem Strick.
Sie ist eines jener Kleidungsstücke, das ein Mann mit 25 ebenso tragen kann wie mit 65.
11–15 · STRUKTUR & SCHICHTEN
Die dritte Gruppe unseres Editorials zeigt eine ruhigere Form moderner Herrenmode.
Hier geht es weniger um ikonische Jackentypen und stärker um Material, Kragenformen und Layering.
Funnel-Neck-Jackets und Jacken mit höherem Stehkragen bringen Struktur in ein Outfit, ohne dass dafür ein Sakko notwendig ist.
Porter James, Our Legacy, Todd Snyder, Banana Republic und Suitsupply zeigen unterschiedliche Wege, diese Idee umzusetzen.
Besonders interessant ist dabei die Rückkehr strukturierter Stoffe.
Wollmischungen, Melange-Oberflächen, Boiled Wool und technische Materialien ersetzen immer häufiger das glatte Polyester einer klassischen Freizeitjacke.
Dadurch bekommt selbst ein sehr reduzierter Look mehr Tiefe.
Ein dunkler Rollkragen unter einer hellen Funnel-Neck-Jacke, dazu graue Wollhose und Veloursleder-Loafer – mehr braucht es häufig nicht.
Genau darin liegt eine Stärke moderner Herrenmode:
Weniger Teile. Bessere Materialien. Klarere Proportionen.
16–20 · SUEDE & SPECIALISTS
Wenn es ein Material gibt, das die Übergangssaison besonders gut verkörpert, dann ist es Veloursleder.
Es wirkt luxuriös, ohne formell zu sein. Es altert sichtbar, entwickelt Patina und gibt selbst einfachen Kombinationen sofort Charakter.
Prada übersetzt den klassischen Bomber in eine luxuriöse Suede-Version.
Ralph Lauren Purple Label bringt sportliche Track-Jacket-Proportionen mit hochwertigem Veloursleder zusammen.
Auch Field-Jacket-Silhouetten funktionieren in Wild- beziehungsweise Veloursleder ausgesprochen gut, weil das weiche Material den ursprünglich funktionalen Charakter eleganter macht.
Dann gibt es die Spezialisten.
Die Alpha Industries L-2B Skymaster Gen II bleibt deutlich näher an ihrer Flight-Jacket-DNA. Nylon, technische Details und markante Utility-Elemente machen sie zur sportlicheren Alternative.
Der Taylor Stitch Hatteras Anorak geht wiederum in eine völlig andere Richtung: funktionaler Pullover-Anorak, entspannte Silhouette und eine klare Outdoor-Komponente.
Genau diese Vielfalt macht den aktuellen Jackenmarkt interessant.
Es gibt nicht die eine Jacke der Saison.
Es gibt unterschiedliche Charaktere.
Welche Jacken braucht ein Mann tatsächlich?
Natürlich keine zwanzig.
Ein gut aufgebauter Kleiderschrank kommt bereits mit wenigen, sehr guten Modellen erstaunlich weit.
Eine leichte Field Jacket für Alltag und Übergang.
Ein Bomber oder eine Harrington Jacket für sportlichere Kombinationen.
Eine hochwertige Leder- oder Velourslederjacke als markanteres Stück.
Und möglicherweise eine technische Jacke oder einen Anorak für Wetter, Reise und Wochenende.
Damit lassen sich bereits sehr unterschiedliche Situationen abdecken.
Entscheidender als die Menge ist dabei die Frage:
Passt die Jacke zum eigenen Leben?
Ein Mann, der jeden Tag Sakko und Wollhose trägt, braucht andere Outerwear als jemand, dessen Alltag aus Denim, Sneakers und Strick besteht.
DER WICHTIGSTE TREND IST KEIN TREND
Was sich durch nahezu alle Modelle unseres Editorials zieht, ist erstaunlich zeitlos.
Die Schnitte werden wieder etwas entspannter.
Materialien dürfen sichtbar Struktur besitzen.
Braun, Tabak, Oliv, Navy, Sand und dunkles Grün ersetzen vielerorts das ewige Schwarz.
Und klassische Funktionsformen werden nicht neu erfunden, sondern besser interpretiert.
Genau deshalb gefallen uns diese Jacken.
Sie versuchen nicht, nur für eine einzige Saison relevant zu sein.
Viele davon könnten genauso gut vor zehn Jahren funktioniert haben – und werden wahrscheinlich auch in zehn Jahren noch gut aussehen.
Das ist für uns der interessantere Luxus: Kleidung, deren Wert nicht mit dem nächsten Trend endet.
Unser Fazit:
Herbst 2026 gehört Jacken mit Charakter.
Field Jacket statt beliebiger Übergangsjacke.
Veloursleder statt künstlichem Effekt.
Harrington statt kurzlebiger Trend-Silhouette.
Gute Materialien statt großer Logos.
Und vor allem eine Jacke, die nicht nur im Schrank beeindruckt – sondern tatsächlich getragen wird.
Redaktionelle Transparenz: Sämtliche genannten Marken und Modelle wurden ausschließlich im Rahmen einer unabhängigen redaktionellen Auswahl aufgenommen. THE GENTLEMAN’S RESIDENCE erhält für die Nennung keinerlei Vergütung. Es bestehen keine Sponsorings, keine bezahlten Kooperationen und keine Zusammenarbeit mit den genannten Unternehmen. Die Auswahl stellt keine Rangliste und keine bezahlte Produktempfehlung dar.
