Wie wurden Männer früher gezeigt – und wie heute?
Das Männerbild in der Werbung hat sich verändert. Aber war früher wirklich alles besser – oder einfach nur anders?
Cowboy, Rennfahrer, Boxer, Polizist: Werbung zeigte über Jahrzehnte Männer, die größer wirkten als das eigene Leben. Stark, unabhängig, ehrgeizig, abenteuerlustig. Nicht unbedingt realistisch – aber bewusst als Ideal inszeniert.
Der Mann in der Werbung sollte damals häufig nicht zeigen, wer man bereits war, sondern wer man vielleicht werden wollte.
Heute funktioniert Werbung oft anders. Sie sucht Nähe statt Distanz, Identifikation statt Projektion. Der moderne Mann darf entspannter, verletzlicher, alltäglicher und weniger perfekt erscheinen. Das macht das Männerbild menschlicher – nimmt ihm aber manchmal auch genau jene Überhöhung, von der Werbung früher lebte.
Und genau darum geht es bei dieser Frage nicht um „damals gut, heute schlecht“.
Vielleicht brauchen wir beides.
Ein Männerbild, in dem man sich wiedererkennen kann. Aber auch eines, das Ambition weckt. Ein Bild, das nicht vorschreibt, wie ein Mann sein muss – ihm aber trotzdem etwas zeigt, nach dem er streben kann.
Früher zeigte Werbung oft den Mann, der man sein wollte. Heute eher den Mann, der man bereits ist.
