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Ein bisschen mehr bitte

Welche Sonderwünsche ein gutes Restaurant möglich machen kann.

Was kann ein gute Restaurant möglich machen, wenn man danach fragt?

Sonderwünsche im Restaurant: 10 Dinge, die ein gutes Haus für einen besonderen Abend möglich machen kann.
Vom Tisch mit Aussicht über ihre Lieblingsblumen und einen persönlichen Drink bis zur individuellen Weinbegleitung, einem Dessert mit Botschaft oder einem besonders diskreten Ablauf – gerade im Fine Dining sind es oft die kleinen Details, die einen Restaurantbesuch unvergesslich machen.

In unserem neuen THE CODE zeigen wir zehn Wünsche, die man in einem gehobenen Restaurant mit etwas Vorlauf diskret anfragen kann. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viel zu verlangen. Sondern rechtzeitig zu organisieren, aufmerksam zuzuhören und dem Service die Möglichkeit zu geben, einen besonderen Moment vorzubereiten.

Denn ein wirklich guter Abend beginnt oft schon lange vor der Reservierung – mit der Frage: Was würde ihr Freude machen?

EIN BISSCHEN MEHR, BITTE.

Ein anderer Tisch.

Die Beilage lieber Gemüse statt Kartoffeln.

Die Sauce separat.

Das Fleisch etwas anders gegart.

Ein Gericht ohne eine bestimmte Zutat.

Oder vielleicht etwas, das überhaupt nicht auf der Karte steht.

Darf man das in einem guten Restaurant fragen?

Natürlich.

Die eigentliche Frage lautet nicht:

Darf ein Gast Sonderwünsche haben?

Sondern:

Wie äußert man sie, ohne aus einem Wunsch einen Anspruch zu machen?

Genau darum geht es in unserem THE-CODE-Editorial „Ein bisschen mehr, bitte.“

Denn gute Restaurant-Etikette bedeutet nicht, schweigend alles hinzunehmen.

Sie bedeutet vielmehr, Wünsche höflich, klar und mit Respekt gegenüber Küche und Service zu formulieren.

SONDERWÜNSCHE SIND NICHT UNHÖFLICH

Ein weit verbreitetes Missverständnis.

Manche Gäste bestellen aus Angst vor Umständlichkeit lieber etwas, das ihnen eigentlich nicht gefällt.

Dabei gehört es zum Service eines guten Restaurants, auf vernünftige Wünsche einzugehen, soweit dies möglich ist.

Die Betonung liegt auf:

vernünftig.

FRAGEN UND VERLANGEN SIND ZWEI VERSCHIEDENE DINGE

„Wäre es möglich, die Beilage zu tauschen?“

ist etwas anderes als:

„Ich nehme statt der Kartoffeln natürlich das Gemüse.“

Im ersten Satz steckt eine Bitte.

Im zweiten bereits eine Erwartung.

Genau dieser kleine Unterschied entscheidet häufig darüber, ob ein Sonderwunsch angenehm oder unangenehm wirkt.

DER GENTLEMAN FRAGT NICHT: „GEHT DAS?“

Noch eleganter ist:

„Wäre es möglich …?“

Oder:

„Könnten Sie bitte in der Küche fragen, ob …?“

Damit lässt man dem Service die Möglichkeit, ehrlich zu antworten.

Vielleicht geht es.

Vielleicht nicht.

Beides sollte akzeptabel sein.

1. EINEN ANDEREN TISCH WÜNSCHEN

Der reservierte Tisch liegt direkt am Eingang.

Neben der Servicestation.

Unter einer Klimaanlage.

Oder einfach nicht dort, wo man den Abend verbringen möchte.

Darf man nach einem anderen Tisch fragen?

Ja.

DIE RICHTIGE FORM

„Falls später etwas anderes frei wird – könnten wir vielleicht wechseln?“

Vollkommen legitim.

Weniger elegant:

„Der Tisch geht überhaupt nicht.“

Oder:

„Wir sitzen hier sicher nicht.“

DAS RESTAURANT KANN NICHT JEDEN TISCH FREI ZAUBERN

Vielleicht sind andere Tische:

reserviert.

bereits vergeben.

für größere Gruppen eingeplant.

oder aus organisatorischen Gründen nicht verfügbar.

Ein guter Gast versteht:

Ein Wunsch ist keine Garantie.

DER BESTE TISCH IST RELATIV

Fenster?

Ruhige Ecke?

Nähe zur Bar?

Draußen?

Manche Gäste möchten mitten im Raum sitzen.

Andere möglichst abgeschieden.

Deshalb hilft es, Wünsche schon bei der Reservierung zu nennen.

BEI DER RESERVIERUNG VORAUSDENKEN

„Wenn möglich, hätten wir gerne einen ruhigen Tisch.“

Das ist deutlich einfacher zu erfüllen als eine spontane Forderung am Samstagabend um 20:30 Uhr in einem ausgebuchten Restaurant.

Gute Etikette beginnt manchmal bereits vor dem Besuch.

2. DIE BEILAGE TAUSCHEN

Steak mit Pommes.

Aber sie hätte lieber Gemüse.

Fisch mit Kartoffeln.

Aber Reis wäre ihr lieber.

Eine der häufigsten Restaurantfragen überhaupt.

Und in vielen Häusern vollkommen unproblematisch.

ABER NICHT JEDE BEILAGE IST BELIEBIG AUSTAUSCHBAR

In einem klassischen Bistro ist ein Wechsel oft einfach.

In einem aufwendig komponierten Fine-Dining-Menü kann es anders aussehen.

Dort ist die Beilage möglicherweise ein wesentlicher Bestandteil des Gerichts.

Textur.

Säure.

Temperatur.

Aromen.

Alles wurde aufeinander abgestimmt.

DIE EINFACHE FRAGE

„Wäre es möglich, statt der Kartoffeln das Gemüse zu bekommen?“

Mehr braucht es nicht.

Wenn die Küche sagt:

ja – wunderbar.

Wenn sie sagt:

leider nein – ebenfalls in Ordnung.

AUFPREISE SIND LEGITIM

Wenn die gewünschte Alternative teurer ist oder zusätzlichen Aufwand verursacht, darf ein Restaurant dafür selbstverständlich einen Aufpreis berechnen.

Ein Gast sollte darüber nicht überrascht sein.

3. DIE SAUCE SEPARAT

Ein Klassiker.

Gerade wenn jemand:

weniger Sauce möchte,

das Fleisch purer essen möchte,

oder einfach selbst dosieren will.

In vielen Restaurants ist das problemlos möglich.

FRÜH SAGEN, NICHT NACHHER

Idealerweise bei der Bestellung.

Nicht erst dann, wenn das fertig angerichtete Gericht auf dem Tisch steht.

Je früher eine Küche einen Wunsch kennt, desto einfacher lässt er sich berücksichtigen.

4. EINE ZUTAT WEGLASSEN

Keine Zwiebeln.

Keine Pilze.

Kein Koriander.

Keine Sahne.

Kein Käse.

Auch das gehört zu den ganz normalen Sonderwünschen.

Aber:

Nicht jede Zutat lässt sich einfach entfernen.

EIN GERICHT IST KEIN LEGO-SET

Wenn die Zutat erst am Ende daraufgelegt wird:

einfach.

Wenn sie bereits Bestandteil einer:

Sauce.

Marinade.

Farce.

Brühe.

Creme

oder vorbereiteten Komponente ist:

möglicherweise unmöglich.

Deshalb sollte der Gast fragen – nicht voraussetzen.

ALLERGIE ODER VORLIEBE?

Hier sollte man ehrlich sein.

Eine Allergie ist etwas anderes als:

„Ich mag keine Tomaten.“

Küchen behandeln Allergien zu Recht mit besonderer Aufmerksamkeit.

Wer eine bloße Abneigung als Allergie ausgibt, erzeugt unnötigen Aufwand und kann den Umgang mit echten Allergien erschweren.

BEI ECHTEN ALLERGIEN:

klar kommunizieren.

Am besten bereits bei der Reservierung.

Nicht erst beim ersten Gang eines Überraschungsmenüs.

5. DEN GARGRAD ÄNDERN

Beim Steak selbstverständlich.

Rare.

Medium rare.

Medium.

Medium well.

Well done.

Ein gutes Steakrestaurant wird nach dem gewünschten Gargrad fragen.

WAS, WENN SIE ES ANDERS MAG?

Dann bestellt sie es so, wie sie es gerne isst.

Ganz einfach.

Ein Gast bestellt nicht für die Küche.

Die Küche kocht für den Gast.

DER GENTLEMAN KOMMENTIERT NICHT DEN GARGRAD ANDERER

„Wie kannst du ein gutes Filet well done bestellen?“

Vielleicht eine interessante Diskussion unter Steakenthusiasten.

Aber keine besonders elegante Begleitung eines Dinners.

Geschmack bleibt persönlich.

6. EIN GERICHT LEICHT ANPASSEN

Vielleicht steht auf der Karte:

Fisch mit einer bestimmten Sauce.

Das Gericht gefällt grundsätzlich.

Nur eine Komponente nicht.

Dann kann man fragen:

„Wäre es möglich, das Gericht ohne diese Sauce zu bekommen?“

Oder:

„Könnten Sie die Sauce vielleicht separat servieren?“

JE KLEINER DIE ÄNDERUNG, DESTO EINFACHER

Eine Komponente weglassen?

Oft möglich.

Drei Komponenten tauschen, eine andere Sauce, andere Beilage und anderes Gemüse?

Irgendwann bestellt man eigentlich ein anderes Gericht.

DANN IST ES BESSER, ETWAS ANDERES ZU WÄHLEN

Auch das ist Stil.

Zu erkennen, wann ein Sonderwunsch sinnvoll ist – und wann man versucht, die Speisekarte komplett neu zu schreiben.

7. ETWAS BESTELLEN, DAS NICHT AUF DER KARTE STEHT

Jetzt wird es interessant.

Darf man das?

Man darf fragen.

OFF-MENU-BESTELLUNGEN

In manchen guten Restaurants können Stammgäste oder Hotelgäste durchaus nach etwas Einfachem fragen, das nicht ausdrücklich auf der Karte steht.

Vielleicht:

ein einfaches Omelett.

Pasta.

grüner Salat.

gegrillter Fisch.

etwas für ein Kind.

Die Küche entscheidet, was machbar ist.

NICHT:

„Der Koch wird mir doch wohl …“

Nein.

Auch in einem Luxushotel ist die Küche keine private Speisekammer.

DIE RICHTIGE FRAGE

„Meine Frau findet gerade nichts Passendes auf der Karte. Gäbe es vielleicht eine Möglichkeit, ihr etwas Einfaches mit Fisch und Gemüse zuzubereiten?“

Das ist vollkommen legitim.

Dann lässt man das Restaurant antworten.

DIE KÜCHE KANN VORSCHLÄGE MACHEN

Vielleicht bietet der Service eine Alternative an, auf die man selbst gar nicht gekommen wäre.

Das ist häufig die bessere Lösung.

Ein gutes Restaurant kennt seine Produkte.

8. EINE KLEINERE PORTION

Auch das kann man fragen.

Vielleicht möchte jemand:

nur eine kleine Vorspeise.

eine halbe Portion Pasta.

weniger Beilage.

oder ein kleineres Hauptgericht.

NICHT JEDES GERICHT LÄSST SICH HALBIEREN

Bei Pasta?

Vielleicht.

Bei einem fest portionierten Fisch?

Schwieriger.

Bei einem Menügang?

Möglicherweise.

Wieder lautet die Regel:

fragen.

9. EIN GERICHT TEILEN

Ein Dessert zu zweit.

Eine Vorspeise teilen.

Vielleicht Pasta in der Mitte.

In vielen Restaurants vollkommen normal.

ABER AUCH HIER ENTSCHEIDET DER KONTEXT

In einer Trattoria völlig unkompliziert.

In einem sehr formellen Degustationsmenü möglicherweise unpassend oder organisatorisch nicht vorgesehen.

Gute Etikette berücksichtigt den Ort.

ZWEI TELLER BITTE?

Wenn man etwas teilen möchte:

einfach fragen.

Das Personal hilft meistens gerne.

10. DAS MENÜ VERÄNDERN

Besonders bei Degustationsmenüs kann es vorkommen, dass jemand:

kein Fleisch isst.

keinen Fisch mag.

vegetarisch essen möchte.

bestimmte Produkte nicht verträgt.

VORHER BESPRECHEN

Bei einem aufwendigen Menü ist dies besonders wichtig.

Viele Spitzenrestaurants bereiten Komponenten bereits Stunden oder Tage vorher vor.

Wer erst am Tisch erklärt, dass sieben von zehn Gängen geändert werden sollen, stellt die Küche vor ein unnötiges Problem.

VEGETARISCHE ODER VEGANE MENÜS

Viele Restaurants können sie anbieten.

Aber nicht jedes Haus kann spontan ein vollständiges alternatives Degustationsmenü improvisieren.

Reservierung.

Hinweis.

Bestätigung.

Dann funktioniert es wesentlich entspannter.

11. BROT, WASSER ODER ETWAS MEHR DAVON

„Könnten wir bitte noch etwas Brot bekommen?“

Natürlich.

„Noch etwas Wasser, bitte.“

Selbstverständlich.

Genau dafür ist Service da.

MAN MUSS NICHT WARTEN, BIS JEMAND ES BEMERKT

Guter Service sollte aufmerksam sein.

Aber niemand sieht alles.

Eine höfliche Bitte ist vollkommen normal.

12. EINE PAUSE ZWISCHEN DEN GÄNGEN

Vielleicht ging alles etwas schnell.

Oder der Abend soll länger dauern.

Dann darf man sagen:

„Könnten wir vor dem Hauptgang bitte noch ein paar Minuten Pause machen?“

Gerade bei einem längeren Dinner ein völlig legitimer Wunsch.

EIN ABEND IST KEIN WETTLAUF

Ein gutes Restaurant sollte den Rhythmus des Gastes zumindest teilweise aufnehmen können.

Natürlich muss die Küche Abläufe koordinieren.

Aber ein höflicher Hinweis ist möglich.

13. DAS TEMPO BESCHLEUNIGEN

Auch das Gegenteil.

Theater um 20 Uhr.

Zug.

Termin.

Dann sollte man dies möglichst schon zu Beginn sagen.

„Wir müssen leider um 19:30 Uhr los. Ist das mit unserer Bestellung realistisch?“

Eine faire Frage.

DER SERVICE KANN DANN BERATEN

Vielleicht empfiehlt er:

kein aufwendiges Menü.

eine schnellere Vorspeise.

einen bestimmten Hauptgang.

Auch das ist guter Service.

14. EINE BESONDERE FLASCHE

Vielleicht möchte man einen bestimmten Wein trinken, der nicht offen angeboten wird.

Oder wissen, ob noch ein anderer Jahrgang verfügbar ist.

Die Weinkarte ist kein sakrosanktes Dokument.

Man darf fragen.

DER SOMMELIER IST KEIN PRÜFER

Wer sich nicht auskennt, muss keine Fachbegriffe vorspielen.

Ein guter Satz:

„Wir suchen etwas Elegantes zu unserem Essen, ungefähr in diesem Preisbereich.“

Damit kann ein guter Sommelier hervorragend arbeiten.

15. EIN DRINK, DER NICHT AUF DER KARTE STEHT

Dry Martini.

Old Fashioned.

Negroni.

Manhattan.

Viele klassische Drinks müssen nicht zwingend auf der Cocktailkarte stehen, damit eine gute Bar sie zubereiten kann.

Aber auch hier:

fragen.

Nicht prüfen.

DER BARTENDER IST KEIN KANDIDAT IN EINER QUIZSHOW

„Mal sehen, ob Sie einen richtigen Martini können.“

Nein.

Ein Drink ist eine Bestellung.

Kein Dominanzspiel.

16. DAS LICHT, DIE MUSIK, DIE TEMPERATUR?

Hier wird der Sonderwunsch schwieriger.

Die Klimaanlage ist zu kalt.

Musik zu laut.

Licht unangenehm.

Man darf etwas sagen.

Aber das Restaurant gestaltet den Raum für alle Gäste.

ALSO BESSER:

„Wäre vielleicht ein anderer Tisch möglich? Hier zieht es etwas.“

statt:

„Machen Sie die Klimaanlage aus.“

Ein kleiner Unterschied.

Aber ein wichtiger.

17. EINE ÜBERRASCHUNG VORBEREITEN

Geburtstag.

Jahrestag.

Verlobung.

Ein besonderer Abend.

Hier kann das Restaurant oft helfen.

Dessert.

Kerze.

Blumen.

Champagner.

Vielleicht ein bestimmter Tisch.

ABER BITTE VORHER

Nicht heimlich fünf Minuten vor dem Dessert den Kellner abfangen und erwarten, dass plötzlich ein komplettes Arrangement entsteht.

Je besser vorbereitet, desto eleganter wirkt die Überraschung.

18. EIN DESSERT OHNE GROSSE INSZENIERUNG

Nicht jede Überraschung braucht:

Feuerwerk.

Gesang.

zehn Kellner.

Manchmal reicht:

ein kleines Dessert.

eine Kerze.

ein Glas Champagner.

Ein Gentleman kennt auch die Persönlichkeit seiner Begleitung.

Nicht jeder möchte Mittelpunkt des gesamten Restaurants werden.

19. WENN SIE EINEN WUNSCH HAT

Vielleicht der wichtigste Punkt unseres ursprünglichen Beitrags.

Ein Gentleman darf Wünsche für seine Frau mit dem Service klären.

Natürlich.

Besonders dann, wenn:

er reserviert hat.

er den Abend organisiert.

oder sie ihn ausdrücklich darum bittet.

Aber:

Sie ist selbstverständlich kein Gast ohne eigene Stimme.

AUFMERKSAMKEIT IST NICHT BEVORMUNDUNG

Es kann sehr charmant sein, wenn ein Mann weiß:

Sie mag keinen Koriander.

Sie trinkt Wasser ohne Kohlensäure.

Sie hätte lieber Gemüse.

Sie sitzt ungern direkt an der Tür.

Dann darf er solche Dinge selbstverständlich mitdenken.

Aber wenn sie selbst bestellt, muss er nicht jede Antwort für sie geben.

GUTER STIL ERKENNT DEN UNTERSCHIED

„Meine Frau nimmt das Steak medium.“

obwohl niemand sie gefragt hat?

Kann unnötig wirken.

„Könnten wir für meine Frau bitte das Gemüse anstelle der Kartoffeln bekommen?“

nachdem beide das besprochen haben?

Völlig normal.

20. WENN ETWAS NICHT STIMMT

Falscher Gargrad.

Kaltes Essen.

Falsches Gericht.

Etwas wurde vergessen.

Auch dann darf man etwas sagen.

Und sollte es sogar.

REKLAMIEREN IST NICHT UNHÖFLICH

Unhöflich ist eher die Art, wie manche Menschen reklamieren.

Ein einfacher Satz:

„Entschuldigen Sie, ich glaube, das Steak ist deutlich stärker gegart als bestellt.“

reicht.

KEIN THEATER

Nicht laut werden.

Nicht den gesamten Tisch in die Reklamation einbeziehen.

Nicht sofort mit Bewertungen drohen.

Das Personal soll die Möglichkeit bekommen, das Problem zu lösen.

EIN GUTES RESTAURANT WILL FEHLER KORRIGIEREN

Gerade deshalb sollte man Probleme sagen, solange sie noch gelöst werden können.

Den gesamten Teller schweigend essen und anschließend online schreiben, dass alles ungenießbar war, hilft niemandem.

WENN DIE KÜCHE „NEIN“ SAGT

Dann ist die Antwort:

„Alles klar, vielen Dank fürs Nachfragen.“

Nicht:

„In einem Restaurant dieser Kategorie hätte ich das erwartet.“

LUXUS BEDEUTET NICHT GRENZENLOSE VERFÜGBARKEIT

Auch ein Spitzenrestaurant hat:

Produkte.

Abläufe.

Rezepte.

Kapazitäten.

Mitarbeiter.

Ein hoher Preis macht aus einer Küche keinen persönlichen 24-Stunden-Wunschapparat.

GUTER SERVICE UND GUTE GÄSTE GEHÖREN ZUSAMMEN

Die besten Restaurantabende entstehen häufig dort, wo beide Seiten miteinander arbeiten.

Der Service möchte einen schönen Abend ermöglichen.

Der Gast behandelt das Personal mit Respekt.

Eigentlich sehr einfach.

DER NAME DES KELLNERS

Wenn er sich vorstellt:

merken.

Vielleicht benutzen.

Nicht:

„Chef!“

„Hallo!“

Schnipsen?

Überhaupt nicht.

SERVICEPERSONAL IST NICHT UNSICHTBAR

Ein Gentleman grüßt.

Bedankt sich.

Schaut Menschen an.

Und behandelt den Commis genauso respektvoll wie den Restaurantleiter.

Daran erkennt man wesentlich mehr als an der Wahl des Weins.

„BITTE“ UND „DANKE“

Immer noch überraschend wirkungsvoll.

Auch in einem Restaurant mit drei Michelin-Sternen.

Vielleicht gerade dort.

TRINKGELD IST KEINE ENTSCHULDIGUNG FÜR SCHLECHTES BENEHMEN

Großzügiges Trinkgeld ist angenehm.

Aber es kauft nicht das Recht, vorher zwei Stunden arrogant gewesen zu sein.

Respekt beginnt vor der Rechnung.

WAS DARF MAN IM RESTAURANT ALS SONDERWUNSCH FRAGEN?

Eigentlich ziemlich viel.

Anderer Tisch.

Andere Beilage.

Sauce separat.

Zutat weglassen.

Gargrad.

kleinere Portion.

Gericht teilen.

alternative Menüoption.

Off-Menu-Gericht.

Pause zwischen den Gängen.

bestimmter Wein.

besondere Überraschung.

DIE ENTSCHEIDENDE REGEL

Je größer der Aufwand, desto früher sollte der Wunsch kommuniziert werden.

Kleine Änderung:

am Tisch.

Größere Ernährungsanforderung:

bei der Reservierung.

Besonderes Arrangement:

mehrere Tage vorher.

DER TON ENTSCHEIDET

Vielleicht lässt sich das gesamte Editorial auf drei Formulierungen reduzieren:

„Wäre es möglich …?“

„Könnten Sie bitte prüfen …?“

„Falls es nicht geht, ist das natürlich vollkommen in Ordnung.“

Damit lässt sich erstaunlich viel erreichen.

EIN GENTLEMAN MUSS NICHT BESONDERS ANSPRUCHSLOS SEIN

Auch das wäre ein Missverständnis.

Er darf wissen, was er möchte.

Er darf gute Qualität erwarten.

Er darf reklamieren.

Er darf Sonderwünsche äußern.

Stil bedeutet nicht, keine Ansprüche zu haben.

Stil zeigt sich darin, wie man mit ihnen umgeht.

EIN BISSCHEN MEHR, BITTE.

Ein anderer Tisch?

Fragen.

Die Beilage tauschen?

Fragen.

Die Sauce separat?

Fragen.

Ein Gericht leicht verändern?

Fragen.

Etwas außerhalb der Karte?

Fragen.

Und anschließend die Antwort akzeptieren.

So einfach ist eigentlich die gesamte Regel.

Denn zwischen einem anspruchsvollen Gast und einem anstrengenden Gast liegt manchmal nur ein einziger Satz:

„Wäre es möglich?“

Das Editorial „Ein bisschen mehr, bitte.“ beschäftigt sich mit Sonderwünschen im Restaurant und erklärt, wie Gäste Beilagen tauschen, Gerichte anpassen lassen, nach einem anderen Tisch fragen oder eine Bestellung außerhalb der Speisekarte ansprechen können. Ein THE CODE über Restaurant-Etikette, Fine Dining, richtiges Bestellen, Reklamationen und den respektvollen Umgang mit Service und Küche – denn ein Gentleman darf Wünsche haben. Er muss nur wissen, wie man sie äußert.

Transparenzhinweis: Möglichkeiten für Sonderwünsche unterscheiden sich je nach Restaurant, Menü, Küchenauslastung und verwendeten Produkten. Insbesondere Allergien und medizinisch notwendige Ernährungsvorgaben sollten möglichst bereits bei der Reservierung direkt mit dem Restaurant geklärt werden.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag kann teilweise KI-generierte oder KI-bearbeitete Bild- und Textelemente enthalten. Sämtliche Inhalte werden redaktionell geprüft, bearbeitet und von THE GENTLEMEN’S RESIDENCE verantwortet.

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