10 Mantelklassiker, die jeder Gentleman kennen sollte.



Mantel-Guide für Herren: Zehn Klassiker, die jeder Gentleman kennen sollte.
Vom Chesterfield über Polo Coat, Ulster und Trenchcoat bis zum Caban, Balmacaan und Kamelhaarmantel – kaum ein Kleidungsstück prägt einen Look so stark wie der richtige Mantel.
In unserem neuen THE STYLE EDIT zeigen wir zehn zeitlose Manteltypen und erklären, was ihre Silhouette ausmacht, welchen Charakter sie vermitteln und zu welchen Anlässen sie am besten funktionieren. Denn zwischen Business, Smart Casual, Dinner und elegantem Wochenende entscheidet nicht nur die Farbe – sondern vor allem Schnitt, Länge, Material und Konstruktion.
Von der formellen Klarheit des Chesterfield bis zur lässigen Eleganz des Kamelhaarmantels: Ein guter Mantel beendet keinen Look. Er vollendet ihn.
DER GROSSE MANTEL-GUIDE
Ein guter Mantel verändert einen Mann bereits, bevor man den Rest seines Outfits sieht.
Er bestimmt die Silhouette.
Er gibt einem Anzug Ruhe.
Er kann Jeans und Strick sofort erwachsener wirken lassen.
Und er gehört zu den wenigen Kleidungsstücken, die über Jahrzehnte fast unverändert funktionieren können.
Doch Mantel ist nicht gleich Mantel.
Chesterfield, Ulster, Polo Coat, Raglan, Trenchcoat, Peacoat, Balmacaan, Covert Coat, Guards Coat und Duffle Coat unterscheiden sich teilweise erheblich in Herkunft, Konstruktion und Formalität.
Unser Großer Mantel-Guide erklärt die zehn wichtigsten Klassiker der Herrengarderobe – und welcher davon zu welchem Mann und Anlass passt.
WARUM EIN GUTER HERRENMANTEL SO WICHTIG IST
Im Herbst und Winter ist der Mantel häufig das sichtbarste Kleidungsstück überhaupt.
Der perfekte Anzug darunter bringt wenig, wenn darüber ein schlecht sitzender Mantel hängt.
Deshalb gelten beim Mantelkauf dieselben Grundregeln wie bei einem guten Sakko:
Schulter.
Länge.
Proportion.
Material.
Und genügend Platz für die Kleidung darunter.
Ein Mantel darf großzügiger sitzen als ein Sakko.
Er soll schließlich über Anzug, Strick oder mehrere Lagen passen.
1. DER CHESTERFIELD
Der Chesterfield gehört zu den großen Klassikern des formellen Herrenmantels.
Klare Linien.
Meist einreihig.
Relativ schlanke Silhouette.
Häufig mit fallendem Revers.
Traditionell findet man ihn in:
Dunkelblau.
Anthrazit.
Schwarz.
Grau.
Der Chesterfield ist vielleicht die naheliegendste Antwort auf die Frage:
Welcher Mantel passt zum Anzug?
DER MANTEL FÜR BUSINESS UND ABEND
Über einem dunkelblauen oder grauen Anzug funktioniert ein Chesterfield fast immer.
Business.
Restaurant.
Theater.
Hotel.
Abendveranstaltung.
Er besitzt genügend Formalität, ohne ausschließlich für besondere Anlässe reserviert zu sein.
Gerade in dunklem Navy oder Anthrazit kann er viele Jahre zum Fundament einer klassischen Wintergarderobe werden.
SAMTKRAGEN?
Bei historischen Chesterfield-Varianten findet man häufig einen kontrastierenden Samtkragen.
Heute ist er keineswegs zwingend.
Aber ein dunkler Samtkragen kann einem ansonsten sehr zurückhaltenden Mantel etwas zusätzliche Tiefe geben.
Ein schönes Detail.
Keine Voraussetzung.
2. DER ULSTER
Der Ulster ist kräftiger.
Breiter.
Maskuliner.
Ein klassischer Ulster besitzt meist eine zweireihige Front und ein markantes Revers.
Oft kommt schwerere Wolle zum Einsatz.
Er wirkt weniger fein als der Chesterfield.
Dafür besitzt er enorme Präsenz.
DER MANTEL FÜR DEN WINTER
Wenn ein Mantel wirklich wärmen soll, ist der Ulster besonders interessant.
Dicke Wollstoffe.
Längere Silhouette.
Großzügiger Schnitt.
Der Ulster ist ein Mantel, der auch bei kaltem Wetter nach echter Wintergarderobe aussieht.
Nicht nach einem verlängerten Sakko.
ULSTER MIT ANZUG?
Ja.
Absolut.
Gerade über klassischem Tailoring wirkt er hervorragend.
Aber genauso gut funktioniert er mit:
Flanellhose.
Rollkragen.
Tweed.
Derben Lederschuhen.
Damit ist der Ulster etwas vielseitiger und rustikaler als der Chesterfield.
3. DER POLO COAT
Der Polo Coat bringt eine andere Eleganz mit.
Ursprünglich stark mit dem Polosport und klassischer amerikanischer Herrenmode verbunden, erkennt man ihn häufig an:
zweireihiger Front.
Breitem Revers.
Gürtel- oder Martingaldetail am Rücken.
Aufgesetzten Taschen.
Und vor allem:
Camel- beziehungsweise Beigetönen.
CAMEL IST SEINE SIGNATUR
Ein camel-farbener Polo Coat gehört zu den stärksten Wintermänteln überhaupt.
Er funktioniert mit:
Navy.
Grau.
Braun.
Creme.
Denim.
Ein dunkelblauer Anzug unter einem Camel Coat ist beispielsweise eine nahezu narrensichere Kombination.
FORMELL UND ENTSPANNT ZUGLEICH
Der Polo Coat besitzt eine seltene Qualität.
Er kann sehr elegant wirken.
Aber nie übermäßig streng.
Mit Anzug:
klassisch.
Mit Rollkragen und Flanellhose:
entspannter.
Mit Jeans und Loafern:
modern.
Genau deshalb ist er ein hervorragender Mantel für Männer, die klassische Kleidung tragen, aber nicht jeden Tag formell aussehen möchten.
4. DER RAGLAN COAT
Der Raglan unterscheidet sich vor allem durch seine Schulterkonstruktion.
Statt einer klassischen eingesetzten Schulter verlaufen die Ärmel schräg bis zum Kragen.
Das erzeugt:
mehr Bewegungsfreiheit.
eine weichere Schulter.
eine lässigere Silhouette.
WARUM DIE RAGLANSCHULTER SO GUT FUNKTIONIERT
Gerade bei großzügig geschnittenen Mänteln entsteht dadurch ein sehr natürlicher Fall.
Der Mantel muss nicht exakt auf einem einzelnen Schulterpunkt enden.
Das macht Raglan-Coats besonders angenehm über:
Sakko.
dickem Strick.
mehreren Lagen.
DER RAGLAN IST DER ENTSPANNTE KLASSIKER
Ein Raglan Coat wirkt selten steif.
Mit grauer Flanellhose.
Rollkragen.
Chelsea Boots.
Oder über einem Anzug auf Reisen.
Er besitzt etwas sehr britisches, ohne automatisch konservativ zu wirken.
5. DER TRENCHCOAT
Wahrscheinlich der bekannteste Mantel überhaupt.
Der Trenchcoat besitzt einen klar militärischen Ursprung und erkennt man traditionell an Details wie:
zweireihiger Front.
Gürtel.
Schulterklappen.
Sturmlasche.
verstellbaren Ärmelriegeln.
Seine große Stärke:
Er ist kein klassischer Wintermantel.
Sondern vor allem ein Übergangs- und Regenmantel.
BEIGE ODER NAVY?
Beige ist der Klassiker.
Und wahrscheinlich die vielseitigste Variante.
Zu Anzug.
Jeans.
Chino.
Strick.
Navy wirkt etwas zurückhaltender und städtischer.
Beide funktionieren hervorragend.
Schwarz dagegen kann schnell etwas härter wirken.
WIE LANG SOLL EIN TRENCHCOAT SEIN?
Sehr kurze Trenchcoats verlieren häufig einen Teil ihrer Eleganz.
Eine Länge ungefähr bis zum Knie oder leicht darüber wirkt meist ausgewogener.
Der klassische Trench lebt von Bewegung.
Zu kurz wird daraus schnell nur noch eine längere Jacke.
DER GÜRTEL
Bitte nicht ständig lose wie zwei Seile an den Seiten hängen lassen.
Man kann ihn:
schließen.
locker knoten.
oder hinten binden.
Ein sauberer Umgang mit dem Gürtel lässt den gesamten Trenchcoat sofort ordentlicher aussehen.
6. DER PEACOAT
Der Peacoat – auf Deutsch häufig als Cabanjacke bezeichnet – kommt aus der maritimen Welt.
Kurzer Schnitt.
Zweireihige Front.
Breites Revers.
Kräftiger Wollstoff.
Traditionell dunkelblau.
Er ist deutlich kürzer als die meisten anderen Mäntel unseres Guides.
DER CASUAL-KLASSIKER
Ein Peacoat funktioniert hervorragend mit:
Jeans.
Chino.
Rollkragen.
Strick.
Boots.
Er besitzt genügend Struktur, um angezogen zu wirken, bleibt aber klar im Casual-Bereich.
PEACOAT ZUM ANZUG?
Möglich.
Aber nicht ideal.
Der Grund ist schlicht die Länge.
Bei vielen Peacoats schaut ein Anzugsakko unten heraus.
Das wirkt unruhig.
Wer regelmäßig Anzug trägt, ist mit Chesterfield, Ulster oder einem längeren Raglan-Coat besser beraten.
7. DER BALMACAAN
Der Balmacaan gehört zu jenen Manteltypen, deren Namen viele Männer nicht kennen – obwohl sie die Silhouette wahrscheinlich schon hundertmal gesehen haben.
Typisch sind:
schlichte Front.
Raglanärmel.
kleiner Umlegekragen.
wenige sichtbare Details.
Gerader, großzügiger Schnitt.
DIE STÄRKE LIEGT IN DER REDUKTION
Kein riesiges Revers.
Keine militärischen Elemente.
Kein auffälliger Gürtel.
Genau dadurch wirkt der Balmacaan ausgesprochen modern.
Obwohl seine Geschichte keineswegs neu ist.
PERFEKT FÜR MINIMALISTISCHE GARDEROBEN
Ein grauer, beigefarbener oder dunkelblauer Balmacaan funktioniert hervorragend über:
Anzug.
Strick.
Jeans.
Flanellhose.
Er gehört damit zu den vielseitigsten Manteltypen überhaupt.
Wer nur einen Mantel zwischen Business und Casual sucht, sollte ihn unbedingt in Betracht ziehen.
8. DER COVERT COAT
Der Covert Coat stammt aus der britischen Country-Garderobe.
Ursprünglich für Aktivitäten im Freien gedacht, entwickelte er sich später auch zum städtischen Klassiker.
Typisch sind häufig:
relativ schlanker Schnitt.
Mittlere Länge.
Wollstoff.
Klassische Natur- beziehungsweise Brauntöne.
Und bei traditionellen Varianten charakteristische Nahtdetails an Ärmeln und Saum.
ZWISCHEN STADT UND COUNTRY
Der Covert Coat wirkt weniger formell als ein klassischer Chesterfield.
Gerade das macht ihn interessant.
Mit:
Tweed.
Flanell.
Cord.
Wildlederschuhen.
Oder einer grauen Hose.
entsteht ein klassisch britischer Look.
NICHT ZU KOSTÜMIERT
Wie bei allen traditionellen Kleidungsstücken gilt:
Nicht jeden historischen Code gleichzeitig tragen.
Covert Coat.
Tweedanzug.
Tattersall-Hemd.
Krawatte.
Schiebermütze.
Country Boots.
Irgendwann wird aus Stil eine Themenveranstaltung.
Ein Covert Coat reicht bereits als starkes Element.
9. DER GUARDS COAT
Der Guards Coat gehört zu den formelleren britischen Mantelklassikern.
Lange Silhouette.
Klare Schulter.
Oft zweireihig.
Markantes Revers.
Er besitzt etwas ausgesprochen Souveränes.
Fast Militärisches.
Aber deutlich eleganter als ein funktionaler Uniformmantel.
EIN MANTEL MIT PRÄSENZ
Der Guards Coat braucht etwas Körper und Raum.
Er darf nicht zu knapp gekauft werden.
Gerade seine längere, klare Linie macht ihn stark.
Über einem Anzug oder Smoking kann er hervorragend funktionieren.
NAVY IST HIER BESONDERS STARK
Dunkelblauer Wollstoff.
Schwarze oder dunkle Knöpfe.
Saubere Linie.
Mehr braucht ein Guards Coat kaum.
Er gehört nicht zu den unauffälligsten Mänteln.
Aber zu den eindrucksvollsten.
10. DER DUFFLE COAT
Und dann gibt es noch den Duffle Coat.
Sofort erkennbar.
Kapuze.
Knebelverschlüsse.
Kräftiger Wollstoff.
Große Taschen.
Er stammt ursprünglich aus funktionaler, maritimer beziehungsweise militärischer Kleidung und entwickelte sich später zum britischen Klassiker.
DER UNFORMELLSTE UNSERER ZEHN MÄNTEL
Ein Duffle Coat gehört nicht über den Smoking.
Und auch zum konservativen Businessanzug gibt es bessere Lösungen.
Seine Welt ist:
Wochenende.
Universität.
Reise.
Country.
Strick.
Jeans.
Cord.
CAMEL ODER NAVY
Beides Klassiker.
Camel wirkt etwas traditioneller und auffälliger.
Navy zurückhaltender.
Ein hochwertiger Duffle Coat kann Jahrzehnte funktionieren.
Er sollte allerdings bewusst casual getragen werden.
WELCHER MANTEL ZUM ANZUG?
Eine der häufigsten Fragen.
Die sichersten Varianten:
Chesterfield.
Ulster.
Guards Coat.
Längerer Balmacaan.
Auch ein klassischer Raglan Coat funktioniert hervorragend.
Wichtig ist vor allem die Länge.
Das Sakko sollte vollständig unter dem Mantel verschwinden.
DER MANTEL MUSS LÄNGER ALS DAS SAKKO SEIN
Eigentlich selbstverständlich.
Trotzdem sieht man häufig sehr kurze Mäntel, unter denen das Anzugsakko hervorschaut.
Für einen sauberen formellen Look gilt:
Der Mantel bedeckt das Sakko vollständig.
Alles andere wirkt meist wie eine Notlösung.
WELCHE MANTELLÄNGE IST RICHTIG?
Das hängt vom Modell ab.
Ein Peacoat ist bewusst kurz.
Ein Chesterfield oder Ulster darf bis etwa zum Knie oder darunter reichen.
Längere Mäntel wirken:
eleganter.
klassischer.
und häufig proportional ruhiger.
Sehr kurze Mäntel dagegen wirken sportlicher.
KÖNNEN KLEINERE MÄNNER LANGE MÄNTEL TRAGEN?
Ja.
Der alte Mythos, kleinere Männer dürften keine langen Mäntel tragen, ist zu pauschal.
Entscheidend sind Proportionen.
Ein sauber geschnittener längerer Mantel kann eine sehr klare vertikale Linie erzeugen.
Problematischer sind häufig:
zu breite Schultern.
zu lange Ärmel.
zu viel Stoffvolumen.
Nicht die Mantellänge an sich.
DER MANTEL UND DIE SCHULTER
Ein formeller Chesterfield darf eine klarere Schulter besitzen.
Ein Raglan oder Balmacaan deutlich weicher.
Beides kann richtig sein.
Entscheidend ist, dass die Konstruktion zum Manteltyp passt.
Nicht jeder Mantel muss wie ein Sakko sitzen.
WIE VIEL PLATZ BRAUCHT EIN MANTEL?
Mehr als man im Geschäft zunächst denkt.
Wer den Mantel nur über einem dünnen Hemd anprobiert, kauft ihn schnell zu eng.
Besser:
mit Sakko.
oder mit einem dickeren Pullover.
Dann prüfen:
Kann ich die Arme bewegen?
Kann ich sitzen?
Schließt der Mantel ohne Spannung?
Wenn nicht:
zu klein.
WOLLE – DER KLASSIKER
Für echte Wintermäntel bleibt Wolle eines der wichtigsten Materialien.
Sie besitzt:
Wärme.
Struktur.
Atmungsaktivität.
Und einen natürlichen Fall.
Hochwertige Wollstoffe können Jahrzehnte halten, wenn der Mantel vernünftig gepflegt wird.
KASCHMIR
Weicher.
Luxuriöser.
Häufig leichter.
Ein reiner Kaschmirmantel kann wunderschön sein, ist allerdings empfindlicher und meist deutlich teurer.
Mischungen aus Wolle und Kaschmir können deshalb eine sehr interessante Balance bieten.
CAMELHAAR
Klassisch bei hellen Luxusmänteln.
Warm.
Weich.
Mit charakteristischer Oberfläche.
Besonders ein Polo Coat in Camelhaar beziehungsweise hochwertiger Camel-Optik gehört zu den Ikonen klassischer Herrenmode.
TECHNISCHE STOFFE
Beim Trenchcoat selbstverständlich sinnvoll.
Wasserabweisende oder windbeständige Materialien erfüllen dort eine echte Funktion.
Nicht jeder Mantel muss aus schwerer Wolle bestehen.
Material sollte zur Aufgabe passen.
DIE FARBE DES ERSTEN MANTELS
Wer nur einen hochwertigen Herrenmantel kaufen möchte, sollte nicht mit einem außergewöhnlichen Muster beginnen.
Die besten Ausgangspunkte sind:
Navy.
Anthrazit.
Dunkelgrau.
Camel.
Welche Farbe am sinnvollsten ist, hängt von der restlichen Garderobe ab.
NAVY
Vielleicht die universellste Wahl.
Mit:
Grau.
Braun.
Beige.
Jeans.
Anzügen.
Fast alles funktioniert.
ANTHRAZIT
Etwas formeller.
Besonders stark für Business.
Ein anthrazitfarbener Wollmantel kann über nahezu jedem klassischen Anzug getragen werden.
CAMEL
Auffälliger.
Aber ausgesprochen vielseitig.
Mit Navy vielleicht am stärksten.
Wer bereits einen dunklen Mantel besitzt, sollte Camel als zweiten Mantel ernsthaft in Betracht ziehen.
SCHWARZ
Elegant.
Aber weniger vielseitig, als viele glauben.
Schwarz funktioniert hervorragend am Abend und zu sehr formellen Looks.
Im Alltag kann Navy oder Anthrazit häufig interessanter wirken.
MUSTER
Fischgrat.
Glencheck.
Hahnentritt.
Dezente Karos.
Ein gemusterter Mantel kann großartig aussehen.
Aber er sollte idealerweise nicht der einzige Mantel im Kleiderschrank sein.
Er verlangt etwas mehr Kombination.
EINREIHER ODER DOPPELREIHER?
Ein Einreiher wirkt häufig:
ruhiger.
schlanker.
universeller.
Der Doppelreiher:
präsenter.
klassischer.
teilweise formeller.
Keiner ist grundsätzlich besser.
Die Frage lautet vielmehr:
Wie viel Mantel möchte der Mann tragen?
DER DOPPELREIHER DARF NICHT ZU ENG SEIN
Gerade bei Ulster, Polo Coat oder Guards Coat braucht die Front Platz.
Wenn sämtliche Knöpfe unter Spannung stehen, verliert der Mantel seine Eleganz.
Ein Doppelreiher lebt von einer sauberen, großzügigen Linie.
MANTEL UND SCHAL
Ein sehr einfacher Weg, Farbe und Textur hinzuzufügen.
Dunkelblauer Mantel:
grauer, camel- oder bordeauxfarbener Schal.
Camel Coat:
Navy oder Dunkelbraun.
Grauer Mantel:
fast alles.
Kaschmir oder feine Wolle funktionieren besonders gut zu formellen Mänteln.
MANTEL UND HANDSCHUHE
Lederhandschuhe gehören zu den wenigen Winteraccessoires, bei denen Funktion und Eleganz perfekt zusammenfinden.
Dunkelbraun.
Schwarz.
Vielleicht Cognac bei weniger formellen Kombinationen.
Sie müssen nicht millimetergenau zu Schuhen und Gürtel passen.
Die Farbwelt sollte lediglich harmonieren.
MANTEL UND SCHUHE
Chesterfield:
Oxford, Derby, Chelsea Boot.
Ulster:
Derby, Boot, Brogue.
Polo Coat:
Loafer, Derby, Chelsea Boot.
Peacoat:
Boots oder robuste Lederschuhe.
Duffle Coat:
Casual Boots.
Auch hier verändert der Schuh den Charakter des Mantels erheblich.
MANTEL UND SNEAKER?
Ja.
Bei Balmacaan, Raglan oder einem entspannten Polo Coat kann das hervorragend funktionieren.
Beim sehr formellen Guards Coat oder klassischen Chesterfield braucht es etwas mehr Fingerspitzengefühl.
Die Kombination lebt davon, dass der Rest des Looks ebenfalls bewusst modern gehalten ist.
DER MANTEL IM AUTO
Ein praktisches Thema.
Sehr lange Mäntel können beim Autofahren unbequem werden.
Deshalb:
vor dem Einsteigen öffnen.
Bei längeren Fahrten eventuell ausziehen.
Gerade hochwertige Wollmäntel bekommen sonst unnötig starke Falten im Rücken.
MANTEL IM RESTAURANT
Wenn eine Garderobe vorhanden ist:
nutzen.
Ein großer Wintermantel gehört nicht über die Stuhllehne eines feinen Restaurants, wenn er vernünftig abgegeben werden kann.
Das schützt außerdem den Stoff.
PFLEGE
Ein guter Wollmantel braucht erstaunlich wenig.
Auslüften.
Abbürsten.
Auf einem stabilen, breiten Bügel lagern.
Nicht unnötig häufig reinigen lassen.
Kleine Verschmutzungen gezielt behandeln.
Eine professionelle Reinigung ist sinnvoll, wenn sie wirklich notwendig wird.
KEINE DRAHTBÜGEL
Ein schwerer Mantel braucht Unterstützung.
Breiter Holzbügel oder stabiler Formbügel.
Die Schulter soll ihre Form behalten.
Ein billiger dünner Bügel kann über Monate erstaunlich viel Schaden anrichten.
WAS KOSTET EIN GUTER MANTEL?
Darauf gibt es keine sinnvolle pauschale Antwort.
Material.
Konstruktion.
Herkunft.
Marke.
Verarbeitung.
Alles spielt hinein.
Aber gerade beim Mantel lohnt es sich häufig, weniger nach kurzfristigen Trends und stärker nach langfristiger Qualität zu kaufen.
Ein guter Mantel kann zehn, fünfzehn oder zwanzig Winter begleiten.
WELCHEN MANTEL BRAUCHT EIN MANN WIRKLICH?
Wer eine kleine, durchdachte Garderobe aufbauen möchte, braucht keine zehn Mäntel.
Ein dunkler klassischer Wollmantel deckt Business und Abend ab.
Ein Trenchcoat übernimmt Übergang und Regen.
Ein lässigerer Wintermantel – beispielsweise Ulster, Peacoat oder Balmacaan – erweitert die Möglichkeiten.
Damit kommt ein Mann bereits sehr weit.
DER ERSTE MANTEL
Unsere Wahl:
ein dunkelblauer oder anthrazitfarbener Chesterfield beziehungsweise ein reduzierter Balmacaan.
Warum?
Weil beide mit einem großen Teil der klassischen Herrengarderobe funktionieren.
DER ZWEITE
Camel Polo Coat.
Jetzt kommt Farbe und Persönlichkeit hinzu.
DER DRITTE
Trenchcoat.
Für Regen und Übergang.
Danach kann man spezialisierter werden.
Ulster.
Peacoat.
Duffle.
Covert.
Guards.
Je nachdem, welche Welt zur eigenen Garderobe passt.
DER GROSSE MANTEL-GUIDE
Zehn Klassiker.
Zehn unterschiedliche Charaktere.
Der Chesterfield für Business und Abend.
Der Ulster für echten Winter.
Der Polo Coat für entspannte Eleganz.
Der Raglan für Bewegung und weiche Linien.
Der Trenchcoat für Übergang und Regen.
Der Peacoat als maritimer Casual-Klassiker.
Der Balmacaan für reduzierte Vielseitigkeit.
Der Covert Coat für britischen Country-Stil.
Der Guards Coat für formelle Präsenz.
Und der Duffle Coat für das entspannte Wochenende.
Nicht jeder Mann braucht jeden dieser Mäntel.
Aber jeder Mann sollte wissen, warum sie unterschiedlich sind.
Denn beim Mantel zeigt sich klassische Herrenmode besonders deutlich:
Der beste Mantel ist nicht der auffälligste. Es ist derjenige, der so gut zu Mann, Anlass und Garderobe passt, dass man ihn zehn Jahre später noch genauso gerne trägt.
Das Editorial „Der große Mantel-Guide“ erklärt die zehn wichtigsten klassischen Mantelarten für Herren – von Chesterfield, Ulster und Polo Coat über Raglan, Trenchcoat und Peacoat bis zu Balmacaan, Covert Coat, Guards Coat und Duffle Coat. Ein THE STYLE EDIT über Wollmäntel für Herren, Passform, Mantellänge, Materialien, Farben und die Frage, welcher Mantel zum Anzug, zu Business, Smart Casual oder Freizeit passt. Ein guter Herrenmantel ist schließlich mehr als Wetterschutz: Er bestimmt im Winter den gesamten ersten Eindruck.
